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Love Island 2018 Jana Ina, sind Sie eine Profi-Spannerin?

Von Daniel Benedict | 08.09.2018, 02:13 Uhr

Zum zweiten Mal moderiert Jana Ina Zarrella den RTL-2-Kuppel-Hit "Love Island". Ist ihr das Format manchmal peinlich?

Am zehnten September 2018 startet RTL 2 in eine neue Staffel der Dating-Show "Love Island". Als Moderatorin ist wieder Jana Ina Zarrella dabei. Im Interview denkt die 41-Jährige über das  diffizile Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatsphäre nach. (Was ist "Love Island"? Wie war die Quote? Wer macht da mit? Alles zur Show finden Sie hier)

Frau Zarrella, in der ersten Staffel von „Love Island“ waren Sie in neun von 22 Folgen zu sehen. Kriegen Sie diesmal mehr Sendezeit? 

Im Vergleich zur ersten Staffel werde ich etwas öfter zu sehen sein. Ich bin immer dabei, wenn irgendwas passiert – Gutes oder Böses. Am Anfang, wenn sich die Paare bilden, bin ich dabei. Und auch beim Paarzeremoniell, wenn sich entscheidet, wer Single bleibt und uns verlassen muss. Wenn ich gehe, sind die Islander auf sich allein gestellt, flirten, bilden Paare und finden die Liebe. Wann immer man mich sieht, weiß man, dass gleich was Wichtiges passiert. (Meine Privatsphäre endet an der Klotür: Lucas Cordalis im Interview)

„Love Island“ lebt von unvorhersehbaren Konstellationen, in denen sich immer neue Paare zusammenfinden. Können Sie sich auf Ihre Arbeit vorbereiten?

Bei „Love Island“ leben wir von Tag zu Tag. Es gibt nicht viel, das man vorbereiten kann – außer gut aufzupassen, was passiert. Die wichtigste Information für mich ist, wer sich in wen verliebt und wer die neuen Paare sind.

In einer alten Folge, die ich zur Vorbereitung gesehen habe, scheinen Jan und Elena unter der Decke miteinander zu schlafen. Gibt es bei „Love Island“ Szenen, die Ihnen zu voyeuristisch sind?

Das Ding ist, dass wir live nicht viel steuern können. Die Islander sind auf sich allein gestellt. Mit wem sie flirten, wie weit sie kommen – das müssen sie alles selbst entscheiden. Im Haus ist keiner von uns dabei, da sind nur Kameras, und wir gucken zu.

Zugespitzt werden Sie beim Kandidaten-Sex zum professionellen Spanner. Staunen Sie manchmal über Ihr eigenes Berufsbild?

Ich muss das nicht angucken. Wenn die Islander unter ihrer Bettdecke rummachen, liege ich unter meiner eigenen Decke und schlafe. (Lacht.) Bei so einer großen Produktion wie „Love Island“ arbeiten Teams, die sich abwechseln, 24 Stunden am Tag. Die Kameras beobachten alles, und wenn etwas passiert, ist das Team verantwortlich, die Ereignisse mitzuteilen. Dann kommt es in den Schnitt, ich kriege die Information, wir arbeiten an den Texten und überlegen, wie wir das kommunizieren. Aber Sie glauben nicht, dass ich 24 Stunden am Bildschirm stehe und mir anschaue, was die Islander machen! (Lacht.)

Sie selbst haben auch viel aus Ihrem Leben preisgegeben; es gab eine Doku über Ihre Hochzeit, eine zweite über Schwangerschaft und die Geburt Ihres ersten Kindes. Wie ziehen Sie die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem?

Diese Grenze haben mein Mann und ich schon vor Jahren gezogen. Die Doku über die Schwangerschaft haben wir mit viel Herzblut gemacht, es war wunderschön und in dem Jahr tatsächlich die erfolgreichste Sendung von Pro Sieben. Da haben wir gemerkt: Das Publikumsinteresse an unseren Kindern ist extrem groß. Aber wir wollen, dass sie ganz normal aufwachsen. Damals haben wir gesagt: Jetzt ist gut. Wir sind umgezogen, und in unserem neuen Haus war noch nie eine Kamera. Unsere Kinder werden nicht öffentlich gezeigt. Über Social Media teilen mein Mann und ich mit den Fans gern alles, was bei uns passiert, vor allem im Job. Alles, was die Kinder angeht, ist ein absolutes No-Go. (Millionärin aus der Vox-"Höhle der Löwen": Geben Sie Bettlern Geld, Frau Wöhrl?)

Ist es presserechtlich nicht so: Wenn man sein Privatleben einmal so massiv öffentlich gemacht hat, gibt man den Paparazzi eine Rechtfertigung, draufzuhalten? Haben Sie Angst, dass Ihnen die Freizügigkeit von damals noch auf die Füße fällt?

Da habe ich gar keine Angst. Solange du die Presse respektierst, respektiert sie dich auch. Wir hatten nie Probleme. Wir gehören auch nicht zu den Prominenten, die ihre Kinder auf den roten Teppich mitnehmen oder selbst die Paparazzi anrufen, damit sie in den Zeitschriften auftauchen. Selbst wenn unser Sohn uns mal zu einem großen Event begleitet, passiert nichts. Wir sind so lange im Geschäft, wir kennen so viele Fotografen – wir reden mit denen, und wenn wir bitten, die Kinder rauszuhalten, respektieren sie das. Ein einziges Mal wurden wir mit unserem Sohn im Urlaub fotografiert. Da haben wir kurz angerufen, und die Kollegen haben das Bild wieder rausgenommen. Und seien wir ehrlich: Wir leben auch nicht in einem Land, wo 20 Paparazzi vor der Tür stehen, wenn man einkaufen geht.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Konflikten.

Sagen wir es mal so: Die meisten Prominenten, die in unserem Land Probleme mit Paparazzi bekommen, haben es selbst nicht gut gesteuert. Das kommt nicht von allein. Zu irgendeinem Zeitpunkt haben sie die Aufmerksamkeit gewollt, und dann gerät es außer Kontrolle.

Eine Privatperson, über die Sie bei Instagram immer noch viel preisgeben, ist Ihr sehr charismatischer Dackel Tyson. Wäre das nicht doch noch mal ein Thema für eine Doku-Soap?

Bei einer Dackel-Soap würde ich direkt mitmachen. Aber mein Dackel ist in Rente, er ist 16 Jahre alt. Früher wurden wir sogar zusammen gebucht. Ich habe mit ihm eine Werbekampagne gemacht für … [Ich habe leider den Produktnamen nicht verstanden; würden Sie das ergänzen?] Aber dafür ist er jetzt zu alt. Tyson posiert nur noch für meine eigene Kamera. Selbst bei ihm respektiere ich die Privatsphäre. (Lacht.)

Bei „Love Island“ haben Sie mit lauter Kandidaten zu tun, die vor allem ins Fernsehen wollen. Mögen Sie Ihre Schützlinge eigentlich?

Ja, ich finde das spannend. Wir alle haben mal mit großen Hoffnungen angefangen. Die Leute, die bei „Love Island“ mitmachen, haben Träume. Die wollen sich verlieben, flirten, eine schöne Zeit haben, aber klar: Die wollen auch ins Fernsehen. Warum auch nicht? Wer nicht öffentlich leben will, würde da nie mitmachen. Mit vielen Kandidaten der ersten Staffel habe ich noch Kontakt. Elena hat mir gerade erst ein Bild von ihrem Baby geschickt. (Unsichtbare Kandidatin: Warum "Curvy Supermodel" Mona nicht zeigte)

Eins Ihrer Formate gehört für mich allerdings zu gemeinsten, die ich je gesehen habe: „Das Model und der Freak“. Da ging es darum, dass selbstbewusste Frauen wie Sie linkische und sozial auffällige Männer in Verlegenheit bringen.

Aber geguckt haben Sie es! (Lacht.)

Das stimmt, in dem Fall war ich der professionelle Voyeur.

Ich denke nicht, dass „Das Model und der Freak“ gemein war. Wir haben sechs Staffeln davon gemacht; die Jungs wussten also, was sie tun. Die waren froh, dass sie endlich beachtet wurden. Wir standen denen ein, zwei Wochen lang jeden Tag zur Seite, haben viel privat mit ihnen gequatscht, haben ihnen Selbstbewusstsein geschenkt, sie optisch verändert und ihnen gezeigt, wie toll sie sind. Das waren alles Jungs, die ganz einsam sind, die hatten keine Freundin, keine Freunde, nicht mal die eigene Familie stand zu ihnen. Und auf einmal kamen Menschen, die ihnen Aufmerksamkeit schenken. Alle waren alle freiwillig dabei. Und Sie dürfen nicht vergessen: Alles, was wir machen, ist am Ende Fernsehen, ein bisschen Unterhaltung. Was soll da gemein sein? Ich habe ein großes Herz und würde niemals jemanden fertigmachen. Sonst hätte ich mit Gott eine lange Rechnung zu klären.

Sind Sie gläubig?

Ich bin sehr gläubig; ich bin katholisch erzogen worden. Meine Kinder sind getauft, mein Sohn hat schon die erste Kommunion. Wir gehen immer zu Kirche, und ich bete jeden Abend.

„Love Island 2018“: Ab Montag, 10. September, um 20.15 Uhr, dienstags bis sonntags 22.15 Uhr bei RTL 2.