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Meeresmuseum Stralsund Mit Glaslift ins Aquarium

Von Martina Rathke | 22.11.2017, 21:00 Uhr

Stuttgarter Architekten gewinnen mit Entwurf für Meeresmuseumsumbau. Zwei Jahre Schließung bis 2022

Ein neues Großfischaquarium mit Glaslift, eine offener gestaltete Ausstellung in der mittelalterlichen Hallenkirche – so soll das Meeresmuseum in Stralsund nach dem Umbau aussehen. Das Stuttgarter Architekturbüro Reichel Schlaier Architekten setzte sich im europaweiten Architekturwettbewerb mit seinem Entwurf für das Museum im historischen Katharinenkloster durch. Öffnen soll es 2022 mit einer neuen Ausstellung über die Warmwassermeere. Der Entwurf überzeuge durch den sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz und mit selbstbewusster neuer Architektur, die das Alte aber nicht dominiere, sagte der Vorsitzende des Preisgerichts, Andreas Joedicke, gestern bei der Vorstellung des Siegerentwurfs.

Knapp 100 Architekturbüros hatten sich in einer europaweiten Ausschreibung für den 30 Millionen Euro teuren Umbau des Stammhauses des Deutschen Meeresmuseums beworben, 13 davon wurden für den Wettbewerb ausgewählt. Der Direktor des Meeresmuseums, Harald Benke, zeigte sich von dem Entwurf, der mit 30 000 Euro Preisgeld belohnt wird, begeistert: „Wow, das wird etwas ganz Tolles und zu einem dritten Quantensprung in der Geschichte des Meeresmuseums führen.“ Der erste Quantensprung sei die Museumseröffnung 1974 gewesen, der zweite die Eröffnung des Ozeaneums. Der von Bund und Land finanzierte Umbau soll 2019 starten. Der Rahmen für die Architekten war eng gesteckt: Zum einen hatte das Meeresmuseum mit dem Großfischaquarium und einem geplanten 360-Grad-Kino inhaltliche Vorgaben gemacht. Darüber hinaus gab die Stadtmauer enge Bebauungsgrenzen vor.

Das Meeresmuseum mit etwa 200 000 Besuchern pro Jahr werde ab 2020 für etwa zwei Jahre schließen. In der Umbauzeit ziehen die Fische aus den Aquarien um. Die Mitarbeiter müssten sich befristet auf Kurzarbeit einstellen.

Mit der Fertigstellung des Ozeaneums waren die Besucherzahlen im Stammhaus rapide gesunken. Sie pegelten sich zuletzt bei 200 000 Gästen pro Jahr ein. Die Museumsleitung geht davon aus, dass nach der Eröffnung der Ausstellung knapp eine Million Besucher beide Einrichtungen besuchen werden – rund 100 000 mehr als bislang.