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Immer mehr Corona-Infektionen MV hält 150 zusätzliche Betten in Ersatzkrankenhäusern bereit

Von Udo Roll | 24.11.2021, 20:48 Uhr

Krankenhäuser sollen im Fall fehlender Kapazitäten entlastet werden. In Rehakliniken stehen zusätzliche Betten bereit.

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern hält das Land derzeit sicherheitshalber 150 zusätzliche Betten in sogenannten Ersatzkrankenhäusern vor. Die Betten würden in Rehaeinrichtungen frei gehalten und seien zur Aufnahme von Patienten mit anderen Erkrankungen aus den Kliniken gedacht, teilte das Gesundheitsministerium dazu mit. Durch die Maßnahme sollen die Krankenhäuser, die zusehends mehr Corona-Patienten behandeln müssen, im Fall fehlender Kapazitäten entlastet werden.

Ersatzbetten werden nicht leer bleiben

Bislang wurden die Ersatzbetten noch nicht in Anspruch genommen, wie Ministeriumssprecher Alexander Kujat mitteilte. „Es hat noch keine Verlegungen gegeben“, sagte er. Realistischerweise gehe man aber davon aus, dass die Betten nicht leer bleiben werden. „Insgesamt gibt es eine Tendenz im Land, dass die Be- und Auslastung in den Krankenhäusern zunimmt“, so Kujat. Darauf wolle man sich vorbereiten. „Wir erwarten, dass in den Krankenhäusern jedes Bett benötigt wird.“

Nach Angaben des Intensivregisters des Robert Koch-Instituts (RKI) waren am Mittwoch in 5 der landesweit insgesamt 32 Kliniken die Intensivstationen ausgelastet. Nach den Kliniken in Demmin, Boizenburg, Ludwigslust und Grevesmühlen waren auch in Bergen auf Rügen die Intensivbetten belegt.

Noch gibt es 117 freie Intensivbetten in MV

Der Statistik zufolge werden derzeit (Stand Mittwochabend) 71 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern des Landes behandelt, 35 davon müssen beatmet werden. Insgesamt sind in den Kliniken 564 Intensivbetten belegt, 117 freie Betten stehen noch zur Verfügung. Zusätzlich können 220 Intensivbetten in der Notfallreserve innerhalb einer Woche aktiviert werden können.

Fünf Rehakliniken waren 2020 umfunktioniert worden

Die Ersatz-Kapazitäten können laut Gesundheitsministerium kurzfristig erhöht werden. Die Rehakliniken hätten sich sehr kooperativ gezeigt, so Kujat. Die Finanzierung der zusätzlichen Betten übernehme das Land. Im letzten Lockdown standen in Mecklenburg-Vorpommern nach Ministeriumsangaben rund 250 Plätze in Ersatzkrankenhäusern zur Verfügung. Fünf Rehakliniken waren umfunktioniert worden.

So wurde unter anderem die Fachklinik für geriatrische Rehabilitation in Neubrandenburg zusätzlich für die Betreuung von Corona-Patienten umstrukturiert. Weitere Standorte waren die Rehaklinik Malchower See, das Tessinum in Tessin, die Median Klinik Bad Sülze und die Medigreif Parkklinik Greifswald. Anfang des Jahres waren 55 Patienten in Ersatzkliniken von Mecklenburg-Vorpommern behandelt worden.

Risiko für Ungeimpfte siebenmal höher

Gesundheitsministerin Stefanie Drese hatte am Dienstag mit Blick auf die Corona-Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern von einer "bedrohlichen Lage" gesprochen und auf die steigende Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen verwiesen. Ihr Vorgänger Harry Glawe (CDU) hatte vor kurzem eindrücklich darauf hingewiesen, dass das Risiko für Menschen, die noch nicht gegen das Corona-Virus immunisiert sind, auf einer Intensivstation zu landen, sei bis zu siebenmal höher sei als für Geimpfte.