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Sack und Waldmüller Erste Rücktritte in der Landes-CDU

Von Karin Koslik | 27.09.2021, 19:23 Uhr

Die Spitzen in CDU-Landesverband und -Landtagsfraktion ziehen aus dem historisch schlechten Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl Konsequenzen.

Michael Sack übernimmt die Verantwortung für das historisch schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl und tritt vom Landesvorsitz zurück. Zudem erklärte er am Montag, dass er sein Landtagsmandat nicht annehmen wird. „Hinter mir liegen anstrengende, aber auch sehr erfüllende Wochen und Monate. Ich habe die CDU Mecklenburg-Vorpommer mit viel Enthusiasmus in diesen Wahlkampf geführt, habe vor Ort bei den Menschen viel Zuspruch erfahren und hatte ein Team, auf das ich mich stets verlassen konnte.

Dennoch spricht ein Wahlergebnis von 13,2% eine eindeutige Sprache. Auch wenn es einen ungünstigen Bundestrend gab und eine schwierige Ausgangssituation im Land: Für das Ergebnis übernehme ich die Verantwortung", heißt es in einer Erklärung Sack. Er könne – egal ob aus der Oppositionsrolle heraus oder im Rahmen einer Regierungsbeteiligung – nicht glaubwürdig derjenige sein, der die CDU Mecklenburg-Vorpommern zu alter Stärke zurückführt.

Bei unserer Live-Wahlsendung stand Michael Sack Rede und Antwort:

Die gesamte Aufzeichnung des Livestreams und weitere interessante Ausschnitte aus der Sendung finden Sie hier.

Auch an der Fraktionsspitze steht Wechsel an

Auch der bisherige CDU-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller hat sich entschieden, von diesem Amt zurückzutreten. Zudem kündigte er mit Blick auf die konstituierende Fraktionssitzung am Dienstag an, nicht erneut für den Fraktionsvorsitz zu kandidieren. „Nach dem Weggang von Vincent Kokert und dem Wechsel an der Spitze des Innenministeriums im November letzten Jahres habe ich mich in die Pflicht nehmen lassen. Ich hab’s gern getan, habe aber nie nach dem Amt des Fraktionsvorsitzenden gestrebt. Deswegen stehe ich nicht erneut zur Wahl", begründete er diesen Schritt. Anders als Michael Sack will Waldmüller aber sein Landtagsmandat behalten.

Kritik aus dem Kreistag an Sacks Rückkehr ins Landratsamt

„Es ist ein Wortbruch“, kritisierte am Dienstag Erik von Malottki, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag und neu gewählter Bundestagsabgeordneter. Sack habe den Wählerinnen und Wählern versprochen, nach Schwerin zu gehen. „In unserem Landkreis haben sehr viele jetzt auf einen Neuanfang gehofft.“ Ähnlich äußerte sich Fraktionskollege im Kreistag und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann.

Ulrike Berger, Vorsitzende der Kreistagsfraktion Grüne und Tierschutzpartei, teilte mit: „Der Landkreis hat einen Landrat verdient, der für das Amt brennt und nicht jemanden, der es als Trostpflaster ansieht.“ Sack habe im Wahlkampf mehrfach erklärt, dass er auch im Fall einer Niederlage nach Schwerin geht.

Michael Sack war als CDU-Spitzenkandidat in die Landtagswahl gegangen. Er hatte am Montag nach dem historisch schlechten Abschneiden seiner Partei erklärt, den CDU-Vorsitz mit sofortiger Wirkung abzugeben und auch auf das Landtagsmandat zu verzichten. Stattdessen wolle er ins Landratsamt von Vorpommern-Greifswald zurückkehren. Er ist dort noch bis 2025 als Landrat gewählt.