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Liebe und Partnerschaft Du bist mein Kryptonit

Von Anna Kustermann | 18.09.2021, 18:00 Uhr

Eine Studie zeigt, dass viele Menschen jemanden haben, bei dem sie stets schwach werden.

Herzklopfen beim Gedanken an den oder die Ex oder weiche Knie bei der Begegnung mit der ersten Liebe? Frei nach dem fiktiven Element, das Supermans Schwachstelle darstellt, werden Menschen, an denen man sein Leben lang hängt, als Kryptonite oder Kryptonit-Menschen bezeichnet.

Eine aktuelle Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship (www.parship.de) unter rund 1000 Bundesbürgerinnen und -bürgern zeigt, dass jeder zweite Deutsche noch eine Bindung zu einem solchen Kryptonit-Menschen hat (51 Prozent).

Bei Männern taucht das Phänomen dabei häufiger auf (57 Prozent; Frauen: 45 Prozent). Auch die jüngere Generation hängt häufiger an einer bestimmten Person aus der Vergangenheit (18-29 Jahre: 59 Prozent; 50-65 Jahre: 46 Prozent).

Typische Kryptonite reichen von Schwärmerei bis Ex-Partner

Es gibt ganz unterschiedliche Personen aus dem früheren Leben, die sich als persönliches Kryptonit auch heute weiterhin bemerkbar machen. Am häufigsten steckt dahinter eine unerfüllte Liebe (17 Prozent). Knapp jeder fünfte Mann hat eine Frau, die seine Liebe nicht erwidert hat und an der sein Herz noch heute hängt (19 Prozent; Frauen: 14 Prozent).

Aber auch frühere Schwärmereien und die Jugendliebe (jeweils 15 Prozent) werden häufig zu Kryptonit-Menschen. Bei Ex-Partnerinnen und Ex-Partner wird immerhin mehr als jeder zehnte Deutsche noch schwach (12 Prozent).

Auch bei Vergebenen ein vertrautes Phänomen

Das gemeinsame Lied, der vertraute Duft des Parfüms oder ein altes Foto. 64 Prozent der Deutschen, die eine magische Anziehung zu einer bestimmten Person verspüren, bekommen heute noch Herzklopfen, wenn sie an sie oder ihn erinnert werden.

Doch nicht nur Singles verspüren dieses Gefühl beim Gedanken an ihr Kryptonit. Fast die Hälfte der Vergebenen hat eine Person in ihrem Leben, bei der sie auch heute noch schwach werden würden (46 Prozent). Die Mehrheit der Befragten gibt zu, immer noch starke Gefühle für diese besondere Person zu haben (61 Prozent). 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger geben sogar an, nie jemanden wieder so geliebt zu haben.

Bei Kryptonit-Menschen ist Gefühlschaos meist vorprogrammiert. Daher halten sich auch knapp genauso viele Befragte bewusst von ihrem Kryptonit fern, damit keine alten Gefühle hochkommen können (48 Prozent).

Harmlose Schwärmerei oder verhängnisvolle Beziehung?

Doch wie weit würden sowohl Singles als auch Liierte gehen, wenn diese eine ganz bestimmte Person aus der Vergangenheit doch wieder auftauchen würde? Ganze 40 Prozent der Befragten würden ihr aktuelles, gewohntes Leben für ihren Kryptonit aufgeben. Besonders Männer wären bereit, für ihren Herzensmenschen alles hinter sich zu lassen (45 Prozent; Frauen: 34 Prozent).

Auch die sexuelle Anziehung spielt dabei eine sehr große Rolle. Dieser Anziehungskraft könnte rund ein Drittel der Vergebenen absolut nicht widerstehen und wären bereit, trotz einer bestehenden Beziehung eine längerfristige Affäre einzugehen (34 Prozent). Auch hier geben Männer leichter nach (41 Prozent; Frauen: 26 Prozent), genauso Befragte über 60 Jahren (30 Prozent; 18 bis 29 Jahre: 16 Prozent).

Ein Viertel der Deutschen würde für ihren Kryptonit sogar ihre aktuelle Beziehung beenden (25 Prozent; Männer: 29 Prozent; Frauen: 19 Prozent).

Paartherapeut und Parship-Coach Eric Hegmann sagt: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich besondere Personen aus der Vergangenheit hin und wieder in unser aktuelles Leben schleichen. Letztendlich muss man sich fragen, warum diese Person nach all den Jahren immer noch solch einen Einfluss auf einen selbst hat“, sagt der Beziehungsexperte und ergänzt: „Wen die Vergangenheit weiterhin belastet oder wer nicht bereit ist, sich von ihr zu verabschieden, wird häufiger sein aktuelles Leben oder seine Beziehung infrage stellen. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst mit seinem Kryptonit auseinanderzusetzen.“