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Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ Weihnachten auf einem Kriegsschiff

Von Ansgar Haase | 24.12.2017, 11:30 Uhr

Die mehr als 220 Soldaten auf der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ haben alle möglichen Vorbereitungen getroffen

Afghanistan, Mali, Jordanien: Mehr als 3700 Bundeswehrsoldaten verbringen Weihnachten weit entfernt von der Heimat. Dazu gehören in diesem Jahr erstmals auch die Besatzungsmitglieder der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“, die Deutschland für den EU-Einsatz „Sophia“ gegen Schleuserkriminalität und zur Seenotrettung im Mittelmeer zur Verfügung stellt. Im Interview mit Ansgar Haase erzählt Kommandant Christian Schultze (44) über die Vorbereitungen für einen Heiligabend auf hoher See und die nicht immer einfache Mission vor der libyschen Küste.

Werden Sie den Weihnachtsbaum vermissen?

Schultze: Sie werden es nicht glauben, aber wir haben auf dem Schiff Weihnachtsbäume. Jeder Gemeinschaftsraum hat einen. Zudem steht einer auf dem Flugdeck. Insgesamt sind es fünf.

Woher bekommt man denn auf dem Mittelmeer Weihnachtsbäume?

Die hat uns unser Patenland Mecklenburg-Vorpommern geschickt. Als wir vor kurzem einen Hafenaufenthalt in Cagliari auf Sardinien hatten, haben wir sie an Bord genommen.

Kann auf einem Kriegsschiff wirklich Weihnachtsatmosphäre aufkommen?

Das ist zumindest das Ziel. Für Heiligabend hat der eingeschiffte Militärpfarrer zusammen mit 25 Soldatinnen und Soldaten ein Krippenspiel organisiert, es gibt einen Weihnachtsgottesdienst und dann sogar noch eine Christmette. Am 25. haben wir ein Gemeinschaftsevent im Hangar geplant. Und natürlich gibt es gutes Essen – Heiligabend zum Beispiel Gänsebrust mit Orangensauce, Rosenkohl und Schupfnudeln.

Was war bislang der emotionalste Moment an Bord?

Unter den Menschen, die wir kürzlich gerettet haben, war eine hochschwangere Frau, die dann an Bord eine Spontangeburt hatte. Das ist eine Sache, die mir immer in Erinnerung bleiben wird.

Und was war bislang die militärisch heikelste Situation?

Das war ein Zwischenfall am 1. November. Wir hatten gerade ein Rettungseinsatz absolviert, als ein Küstenwachboot der Libyer auf ein Schlauchboot mit meinen Leuten zugefahren ist und nicht auf Warnungen über Funk reagiert hat. Ich habe die Fregatte dann als Schutz dazwischengefahren. Die Libyer sind daraufhin abgedreht, haben aber noch ins Wasser geschossen. Die libysche Regierung hat sich später offiziell dafür entschuldigt.