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EU-Verbot von Tattoo-Farben Reaktion: „Dann sollen sie auch Alkohol und Zigaretten verbieten“

Von Amelie Uding | 13.10.2021, 19:58 Uhr

Die Änderung der EU-Chemikalienverordnung verärgert die Tattoo-Szene. Dies könnte auch zum Thema bei der 1. Tattoo Convention in Schwerin werden.

Wird es in Zukunft weniger Tattoofarben geben? Die von Januar an geltende Neuregelung bewegt die gesamte Tattoo-Szene - und wird von unseren Nutzern hitzig diskutiert.

„Dieses Verbot erklärt sich mir nicht! In unserer Nahrung sind soviel Konservierungsstoffe eingearbeitet, um sie haltbar zu machen, aber in den Tattoofarben ist es schädlich. Wo sich doch jeder Kunde darüber im Klaren ist, was er sich freiwillig mit einem Tattoo „antut“. Rauchen, Alkohol etc, das ist alles kein Problem“, kommentierte die Instagram-Nutzerin lucky_bird_tattoo, die auch als Tattoo-Künstlerin tätig ist.

Doch anscheinend stößt die Verordnungs-Änderung nicht nur bei Tätowierern auf Unverständnis. So schreibt Facebook-Nutzer Matthias Kollmorgen.

„Die EU mit ihrem Regulierungswahn. Ist doch jedem selbst überlassen, ob er sich bunt tätowieren lässt. Rauchen ist auch krebserregend und wird nicht verboten. Soviel dazu. Die EU sollte abgeschafft und durch eine sinnvolle Institution ersetzt werden. Sowas braucht keiner.“
Facebook-Nutzer Matthias Kollmorgen

Eine weitere Facebook-Nutzerin macht zudem auf den ebenfalls gesundheitsschädlichen Konsum von Alkohol und Zigaretten aufmerksam. „Dann sollen die bitte auch Alkohol und Zigaretten verbieten. Ist nämlich auch krebserregend und gesundheitsschädlich! Ah ne, damit machen die ja die meiste Kohle“, schreibt Constance Manske.

Tätowierer befürchten zu wenig brauchbare Tattoofarben

Die für Anfang 2022 angedachte Änderung der EU-Chemikalienverordnung „Reach“ soll die Verwendung einiger Chemikalien, Konservierungsstoffe und Bindemittel in Tätowierfarben auf minimale Höchstgrenzwerte beschränken.

Außerdem sollen die beiden viel diskutierten und verwendeten Pigmente Blau 15:3 und Grün 7, die im Verdacht stehen Krebs auszulösen, in Zukunft aus den Studios verbannt werden. Viele Tätowierer - darunter auch Anne Schwarte und Susi Grünheid aus Schwerin - befürchten dadurch aufgrund bislang mangelnder Alternativen keine brauchbaren Tattoofarben mehr beziehen zu können.

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Marco Dörr sieht der Verordnung jedoch entspannt entgegen.

„Die Tätowierer müssen sich dann andere Hersteller suchen.“
Marco Dörr, Veranstalter der Tattoo Convention

Dörr ist der Veranstalter der sogenannten Tattoo-Convention, die am kommenden Wochenende zum ersten Mal in der Schweriner Sport- und Kongresshalle stattfinden wird.

Tattoo Convention findet zum ersten Mal in Schwerin statt

Dort werden sich am 16. und 17. Oktober jeweils ab 11 Uhr mehr als 100 nationale und internationale Tattoo-Künstler versammeln und vor den Augen der Besucher ihr Können unter Beweis stellen.

Und: „Es gibt an beiden Abenden einen Wettbewerb, bei dem eine Jury die besten gestochenen Tattoos des Tages kürt“, verrät Dörr. Jeder sei herzlich willkommen. Tageskarten sind noch vor Ort erhältlich. Einem Ort, an dem auch die Zukunft der Tattoofarben sicher nochmal zum Thema werden wird.