Hoffnung

von
27. Januar 2008, 06:20 Uhr

Thomas VolgmannSpäte Sühne für eines der widerlichsten Sexualverbrechen. Das Rostocker Landgericht verurteilte Eduard I. und Aleksej K. zu lebenslanger Haft. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der eine der beiden Angeklagten im Jahre 1996 die 15-jährige Schülerin Antje Struck zur Befriedigung seiner perversen Gewaltphantasien quälte und der andere das mörderische Werk mit einer unmenschlichen Kaltblütigkeit vollendete. Auf Grund der Schwere der Schuld wäre eine andere als die Höchststrafe kaum denkbar. Die Mutter des Opfers wird das Urteil vermutlich als späte Gerechtigkeit empfinden. Jahrelang musste sie mit der Ungewissheit leben, wer die Tochter tötete und der Familie das schlimmste Leid angetan hat. Wenn das Urteil rechtskräftig ist, wird es ihr vielleicht helfen, die Last des Verlustes weiter tragen zu können. Das Urteil ist auch für andere Hoffnung. Noch gibt es etwa 30 unaufgeklärte Tötungsverbrechen allein in Mecklenburg-Vorpommern. Die Taten sind ungesühnt. Die meisten der Mörder leben unentdeckt unter uns und sind eine Gefahr. Im Mordfall Antje Struck führte ein Tipp aus einem der Strafverfahren gegen den Rostocker Rotlichtkönig Artur Bree zu den Tätern. Moderne Ermittlungsmethoden wie die DNA-Analyse stützten letztlich die Beweiskette. Das Beispiel zeigt, dass es auch viele Jahre nach der Tat möglich ist , die Mörder zu finden, und sie einer gerechten Strafe zuzuführen.

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