Pro-7-Show "Alle gegen Einen" : Herr Bielendorfer, halten Sie gern für Elton den Kopf hin?

'Alle gegen Einen': Bastian Bielendorfer hält für Elton den Kopf hin.
"Alle gegen Einen": Bastian Bielendorfer hält für Elton den Kopf hin.

Ein "Lehrerkind" bei Elton: Bastian Bielendorfer debütiert mit "Alle gegen Einen" am Samstagabend bei Pro Sieben.

nnn.de von
20. Oktober 2018, 00:01 Uhr

Berlin | Als "Lehrerkind" hat Bastian Bielendorfer vier Bestseller geschrieben. Jetzt wagt der Comedian den Sprung in eine neue Samstagabend-Show. Im Interview verrät er, welche Ängste er an Eltons Seite bei "Alle gegen Einen" überstehen muss. Die Show läuft am Samstag, 20. Oktober, ab 20.15 Uhr auf Pro Sieben.

Herr Bielendorfer, am Samstag debütieren Sie in der Primetime von Pro Sieben. Können Sie sich kurz all den Menschen vorstellen, die Sie dort zum ersten Mal wahrnehmen?

Hier die Kurzfassung: Ich war Kandidat bei „Wer wird Millionär“, habe meinen Vater als Telefonjoker angerufen, der dann wahnsinnig den Lehrer raushängen ließ, was mir ermöglicht hat, vier Bücher über mein Leben als Lehrerkind zu schreiben. Das erste war mal das meistverkaufte Buch des Jahres. Dann bin ich mit Comedy auf Tour gegangen, war Sidekick in der „Harald Schmidt Show“, bin jetzt mit der zweiten Live-Tour unterwegs und wurde von Pro Sieben gefragt, ob ich in Eltons neuer Show der Ko-Moderator werden will.


Eine schöne Gelegenheit, um das Thema „Lehrerkind“ abzuschließen. Mit Mitte dreißig entwachsen Sie der Schule ja so langsam.

Ehrlich gesagt, gibt es auch in meinem neuen Programm einen Abschnitt dazu. Die Schule rückt in den Hintergrund; aber ich habe keinen Druck, das Thema zu wechseln. Bislang hatte ich nie das Problem, dass die Leute mir das nicht mehr glauben.

Was hat Sie dann an der ProSieben-Show gereizt?

Mir kam die Idee von Anfang an sehr unterhaltsam vor. Wir führen einem Studiokandidaten 13 Experimente vor, er muss ihren Ausgang schätzen und tritt dabei gegen alle Zuschauer an, die am Fernseher per App mittippen. Wenn ich zum Beispiel mit einem Auto im Pool versinke, müssen die Leute raten, wie lange es dauert, bis es komplett voller Wasser ist.

Eine Frage, an der auch Sie selbst ein berechtigtes Interesse haben.

Man kennt die Situation aus Filmen, aber wenn man es selbst ausprobiert, ist die Panik viel größer, und es ist wirklich erstaunlich schwierig, aus dem Auto rauszukommen. Am Ende war der Stunt, den wir vorab aufgezeichnet, spektakulärer, als mir lieb war. Natürlich war ich gesichert, und im Pool war ein Rettungstaucher-Team. Pro Sieben ertränkt mich nicht live im Fernsehen.

Zumindest nicht bei „Alle gegen Einen“; dafür gibt es „Das Duell um die Welt“. Joko und Klaas werden dabei in Zukunft übrigens Teams einsetzen. Wurden Sie schon angefragt?

Ich gehe fest davon aus, dass sie mich anrufen, wenn sie sehen, was mir bei „Alle gegen Einen“ so alles angetan wird.

("Duell um die Welt als Promi-Show": Alles über das neue Konzept)

Was war am schlimmsten?

Bei einem Experiment wurde ich gewachst. Ich habe dabei nicht nur gelernt, wie viele Haare ich auf der Brust habe, sondern auch, dass männliche Brusthaare sehr viel tiefer wachsen als die Haare an weiblichen Beinen. Weshalb das Wachsen auch viel mehr wehtut.

Gibt die Forschung zur Schwarmintelligenz Aufschluss darüber, ob die Masse der Fernsehzuschauer bei Schätzfragen hilft oder eher hinderlich ist?

Bei vielen Menschen ist zumindest die Stichprobe größer. Wir waren aber immer wieder überrascht, wie weit wir alle vom richtigen Wert entfernt waren. Nicht nur beim Auto. Bei einem Experiment fahre ich mit 5000 Popkörnern Achterbahn, und die Leute müssen raten, wie viel Popcorn bis zum Ende im Eimer bleibt. Es gibt da keine Erfahrungswerte, man kann es nicht googeln – und wir lagen völlig daneben.

Was sind die Dinge, bei denen Sie sich im Alltag gern verschätzen? Die Größe von Parklücken, die Wirkung von Facebook-Posts?

Parklücken sind nicht mein Problem. Wirklich übel verschätze ich mich beim Zeitmanagement. Ich brauche immer für alles viel, viel länger. Wir achten auch in der Show darauf, dass alle Experimente eine gewisse Alltagsnähe haben – selbst das versinkende Auto kennt ja jeder aus dem Kino.

Pro Sieben ist auch sonst ein Ort, an dem die Autowerbung aus „Wetten, dass ..?!“ weiterlebt. Zerstören Sie im Pool das Fahrzeug eines Werbekunden?

Die alte Möhre, die wir versenken, wird da ganz sicher nicht mehr verlost. Und auch nicht das Auto, auf das wir aus der Baggerschaufel 5000 Liter Wasser krachen lassen – die ganze Menge eines ordentlichen Regengusses auf einmal. So viel darf man verraten: Es ist danach nicht mehr verlosungstauglich. Ich musste mich in dem Fall zum Glück auch nicht reinsetzen.


Ansonsten scheinen Sie aber ständig den Kopf hinzuhalten; trotzdem spricht Elton im Show-Trailer wie selbstverständlich von „seiner“ Show.

Elton führt durch die Show, und das auch zu recht. Ich habe die Ehre, die Experimente durchzuführen, und fühle mich nicht zukurzgekommen. Pro Sieben schenkt mir einzigartige Erlebnisse. Das muss reichen.

Am Samstag müssen Sie und Elton live miteinander harmonieren. Wie übt man das?

Ich denke schon, dass wir uns gut die Bälle zuspielen. Den Auftritt haben wir natürlich besprochen, geprobt und uns auf eine Dynamik geeinigt, die gut funktionieren sollte. Das muss sie auch. Wir sind live und können Pannen nicht rausschneiden.

(TV-Aufreger: "BILD"-Zeitung "enthüllt" erste Dschungelcamp-Kandidatin – und entlarvt sich selbst)

Was können Sie sich von Elton abgucken?

Ich habe viel weniger Erfahrung mit der Kamera. Dafür habe ich als Stand-up vielleicht ein bisschen mehr Übung mit Live-Situationen und kann gut spontan reagieren.

Der Studiokandidat kann beim Schätzen mehrere Joker ziehen, darunter den Heimat-Joker, bei dem er Hilfe von den Leuten seiner Region einfordern kann. Wo ist die Expertise Ihrer Heimat besonders groß?

Im Fußball natürlich, ich komme aus Gelsenkirchen. In welcher Stadt außer Dortmund, über das wir hier nicht sprechen wollen, wäre die Verbundenheit mit dem Verein größer?

Dem Sieger von „Alle gegen Einen“ winken 100.000 Euro. Kurze Schätzfrage zum Abschluss: Wie oft müssen Sie, über den Daumen gepeilt, die Show moderieren, um so viel zusammenzukriegen?

In Wahrheit verdiene ich in der Show gar kein Geld. Ich werde von Pro Sieben faktisch nur in Snickers und Bounty entlohnt. Das habe ich in alle meine Verträge reinschreiben lassen. Etwas so Weltliches wie Geld bedeutet mir nichts, ich bin ausschließlich an Fressalien interessiert.

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