Schwer erkrankte Italiener : In fliegender Intensivstation: Bundeswehr bringt Covid-19-Patienten nach Deutschland

Airbus A310 MedEvac: die fliegende Intensivstation der Bundeswehr.
Airbus A310 MedEvac: die fliegende Intensivstation der Bundeswehr.

Deutschland zeigt sich in der Corona-Krise solidarisch und nimmt sechs erkrankte Italiener auf. Weitere sollen folgen.

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28. März 2020, 14:33 Uhr

Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Corona-Krise bringt die Luftwaffe Patienten zur Behandlung nach Deutschland. Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, flog am Samstag von Köln nach Bergamo, um sechs schwer erkrankte Italiener zur Intensivbehandlung nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Die Maschine kehrte am Mittag mit sechs schwer erkrankten Italienern an Bord nach Köln zurück, sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur.

"In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. "Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Covid-19-Patienten aus Italien in Krankenhäusern in NRW

Das Flugzeug wurde am frühen Nachmittag zurück in Köln erwartet. Die Patienten sollen zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als 'wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen'.
dpa/Kevin Schrief
Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen".


Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden. Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

Hamburg, Bayern, Berlin und Brandenburg bieten Intensivplätze an

Die Bundeswehr war vom italienischen Zivilschutz um Amtshilfe gebeten worden, weil ihre eigenen Kapazitäten zur Verlegung der Patienten ins Ausland nicht ausreichten. Die italienische MedEvac-Maschine habe nur zwei Plätze für Patienten, die auf Beatmung angewiesen sind, sagte ein Parlamentarier, der an der Organisation der Hilfsaktion beteiligt war. In den vergangenen Tagen waren sechs Patienten mit drei Flügen von der italienischen Luftwaffe nach Sachsen gebracht worden.

Nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) haben unter anderem auch Hamburg, Bayern, Berlin und Brandenburg Intensivplätze angeboten. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, bislang seien – auch mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Rom – 73 Krankenhausplätze für italienische Patienten in acht Bundesländern vermittelt worden.

50 Behandlungsplätze für Patienten aus Frankreich

Zudem würden bereits 30 französische Patienten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen behandelt, mindestens 50 Behandlungsplätze seien Frankreich angeboten worden. Auch Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, teilte eine Sprecherin des Senats am Samstag mit.

Die angesichts der hohen Infektionszahlen stark überlasteten Kliniken in Norditalien wählten für die Behandlung in Deutschland ausschließlich Patienten aus, die auf Beatmung angewiesen aber transportfähig seien, sagte Wendt. Einfacher sei die Übernahme von Patienten aus Frankreich, wo für den Transport Hubschrauber und Krankenwagen eingesetzt werden könnten.

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