Drama von Gunzenhausen : Drei Kinder und Frau erstochen: Familien-Mörder muss lebenslang ins Gefängnis

'Der Angeklagte hat getötet, um seine Frau zu bestrafen', sagte Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger vor der Urteilsverkündung über den 31-Jährigen.
"Der Angeklagte hat getötet, um seine Frau zu bestrafen", sagte Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger vor der Urteilsverkündung über den 31-Jährigen.

Der Angeklagte habe ein unfassbares Verbrechen begangen, sagte der Richter zur Begründung.

nnn.de von
15. Mai 2019, 19:28 Uhr

Ansbach | Die erste große Strafkammer im Landgericht Ansbach sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der 31-Jährige seine drei Kinder und deren Mutter im vergangenen Juni im mittelfränkischen Gunzenhausen ermordet hatte. Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren wäre dann rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen.

Der Vorsitzende Richter Claus Körner folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte habe ein unfassbares Verbrechen begangen, sagte er zur Begründung.

Täter hatte Kontaktverbot

Die Frau hatte sich von dem immer wieder gewalttätigen 31-Jährigen trennen wollen. Nach den letzten Übergriffen gegen die zwei Söhne hatte die Polizei ein Kontaktverbot gegen den 31-Jährigen ausgesprochen. Doch in der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 2018 verschaffte er sich dennoch Zutritt zur Wohnung und erstach dort nacheinander erst seine sieben und neun Jahre alten Jungen, dann seine dreijährige Tochter und die 29-jährige Frau. Anschließend hatte sich der Mann vom Balkon im dritten Obergeschoss stürzt.

Im Prozess hatte der Deutsche, der in Kirgisistan geboren wurde und mit fünf Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland kam, geschwiegen.

Frau war am Tag der Tat bei der Polizei

Am Tag vor ihrer Tötung hatte die 29-Jährige bei der Polizei ausgesagt und über Gewalt gegen sich und ihre zwei Söhne gesprochen. Der Mann habe die Jungen immer wieder hart an den Handgelenken angefasst und geschüttelt, wenn ihm etwas nicht gefallen habe, zitierte der Vorsitzende Richter Körner aus der Vernehmung. "Er hat mich auch selbst gepackt und am Hals gewürgt. Er hat den Hang dazu, Messer zu nehmen. Er hat mir das Messer gezeigt und gesagt: 'Willst du sterben, dann mache ich das fertig'", gab die Frau bei der Polizei zu Protokoll.

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