Kommentar : Die kleinen Dinge zählen

Zum geplanten Verbot von Luftballons

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11. September 2019, 20:00 Uhr

Gängeln, Verbieten, Reglementieren – das ist kein guter Politikstil. Und doch hat der Vorstoß der Grünen sein Gutes. Denn es ist leicht, eine Greta abstrakt zu bewundern und teure Geländewagen (und ihre Fahrer) doof zu finden. Schwieriger ist es, in seinem Alltag konsequent zu sein und auf das Wochenende in Barcelona, das Einweggeschirr beim Elternabend, das vierte Billigkleid aus dem Onlineshop oder eben die fliegenden Luftballons beim Straßenfest zu verzichten.

Ohnehin dominiert der Klimaschutz unangenehm die Debatte, überlagert das eine große Thema die vielen kleinen. Es gibt interessante Untersuchungen darüber, wie oft das Wort „Umweltschutz“ in den Medien vorkommt – zuletzt kaum noch. Stattdessen löst das Klima Hysterie aus und gilt jeder Wind als apokalyptischer Reiter, während sich kaum jemand bückt, um den Kaffeebecher am Straßenrand aufzuheben.

In einer Reihe mit Luftballons wären Wasserbomben und Silvesterböller zu nennen. Ob man solche „Späße“ gleich verbieten muss, sei dahingestellt. Viel spricht allerdings nicht dagegen. Kein Lebensentwurf wird nachhaltig dadurch beeinflusst, ob man diesen Müll mit seinen Nebenwirkungen in die Luft steigen lässt oder nicht.

Aber auch ohne Verbot sollte jeder mal prüfen, was er selbst tun kann, ohne notorisch an anderen herumzumäkeln.

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