Überreste in Blumentöpfen : Leichen-Funde in Toronto: Polizei vermutet Serienmord

Polizeibeamte machten die grausige Entdeckung auf einem Privatgrundstück. Symbolbild: , epa/Archiv
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Polizeibeamte machten die grausige Entdeckung auf einem Privatgrundstück. Symbolbild: , epa/Archiv

Den Gärtner Bruce McArthur hatte die Polizei in Toronto schon länger im Visier. Nun zeichnen grauenvolle Leichen-Funde auf einem Privatgrundstück das Bild eines Serientäters. Ist McArthur der Schlüssel zu einer Reihe ungeklärter Vermisstenfälle?

nnn.de von
09. Februar 2018, 16:59 Uhr

Überreste von Leichen in Blumentöpfen und ein Gärtner als mutmaßlicher Serienkiller: Der Fall aus Toronto lässt einem die Haare zu Berge stehen.

Mindestens fünf Männer soll der 66 Jahre alte Bruce McArthur dort auf dem Gewissen haben. Die grausigen Funde auf einem Privatgrundstück in der kanadischen Metropole geben den monatelangen Ermittlungen der Polizei nach mehreren Vermissten einen neuen Schub. Insgesamt wurden auf dem Grundstück, das der Gärtner genutzt hatte, die Überreste von sechs Leichen entdeckt, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Trotz der Entdeckung sind noch viele Details unklar. Fünf der Toten müssten noch identifiziert werden, berichtete der «Toronto Star» nach den Funden vom Donnerstag. Es sei unklar, ob diese fünf zu den Vermissten zählten, schrieb die Zeitung «Globe and Mail». Unter den Funden waren aber auch Überreste von Andrew Kinsman, der vergangenes Jahr Medienberichten zufolge unter mysteriösen Umständen aus dem Schwulenviertel von Toronto verschwunden war. Mit ihm soll der Verdächtige McArthur eine sexuelle Beziehung gehabt haben.

«Die Stadt Toronto hat so etwas noch nie gesehen», sagte der führende Ermittler Hank Idsinga. Alle zur Verfügung stehenden Mittel würden auf den Fall verwendet. Die Ermittlungen seien «beispiellos». McArthur, der im Januar verhaftet wurde, wird bislang fünffacher Mord vorgeworfen. Ob diese Fälle mit den neuen Funden zusammenhängen, sei aber noch unklar. «Wir konzentrieren uns auf das, was wir haben, also die Überreste», sagte Idsinga. Hoffentlich würden die weiteren Toten bald identifiziert werden.

Medienberichten zufolge mähte McArthur auf dem Grundstück den Rasen, um im Gegenzug in der Garage Gartengeräte unterstellen zu können. Die Polizei suchte dort bereits seit drei Wochen nach Hinweisen und räumte im Rahmen der Ermittlungen auch die Garage aus.

Die teils mit Radartechnik und Hunden suchenden Beamten dehnten ihre Ermittlungen auf mehr als 30 Anwesen aus, die mit McArthurs Gärtnerei-Unternehmen in Zusammenhang stehen. Eine Schneedecke und gefrorener Boden erschwerten dabei die Suche. Der Boden im Garten des Privatgrundstücks wurde mit Heizgeräten aufgetaut und soll in den kommenden Tagen unter Aufsicht einer Forensik-Expertin ausgehoben werden. Um in dem Fall voranzukommen, müssen Ermittler DNA-Proben der Überreste mit Daten Hunderter Vermisster abgleichen.

McArthur wird laut «Toronto Star» unter anderem der Mord an drei Männern im Alter zwischen 40 und 58 Jahren vorgeworfen, die 2012 aus dem Schwulenviertel Torontos verschwanden. Medienberichten zufolge bewegte sich McArthur in der Szene, wurde aber nach einer von ihm verübten Messerattacke im Jahr 2001 verurteilt und durfte das Gay Village danach zwei Jahre lang nicht betreten.

Eine Website zur Suche nach dem zuvor vermissten Andrew Kinsman, dessen Überreste die Polizei nun identifizierte, bestätigte den Fund. «Wir haben Andrew gefunden, aber wir werden ihn immer vermissen», stand dort am Freitag.

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