Mehrheit für AfD und Linke : In Thüringen droht schwierige Regierungsbildung

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kann nach derzeitigem Stand ein Regierungsbündnis mit SPD und Grünen nicht fortführen.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kann nach derzeitigem Stand ein Regierungsbündnis mit SPD und Grünen nicht fortführen.

Nach einer aktuellen Umfrage verliert das rot-rot-grüne Regierungsbündnis in Thüringen seine Mehrheit.

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17. September 2019, 15:32 Uhr

Erfurt | Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen deutet eine neue Umfrage auf eine schwierige Regierungsbildung in dem Bundesland hin. Das aktuelle Regierungsbündnis unter Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) käme nach einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap nur noch auf 43 Prozent, wie MDR Thüringen als Auftraggeber der Umfrage am Montag mitteilte.


SPD droht schlechtestes Ergebnis

Während die Linke im Vergleich zur letzten Erhebung des gleichen Instituts um drei Prozentpunkte zulegen konnte und bei 28 Prozent liegt, müssen ihre Regierungspartner Verluste hinnehmen: Die SPD kommt nur noch auf sieben (minus 1), die Grünen auf acht Prozent. Für die Sozialdemokraten wäre ein solches Ergebnis das bislang schlechteste in Thüringen.

Die Grünen geben im Vergleich zur Umfrage von Ende Juli drei Punkte ab, würden aber noch besser abschneiden als bei der Landtagswahl 2014. Die AfD kann sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage des Instituts noch einmal verbessern (plus 1) und erreicht mit 25 Prozent ihr bisheriges Allzeithoch in Thüringen. Auch die CDU legt einen Punkt zu, verbleibt mit 22 Prozent aber wie schon bei der Erhebung Ende Juli auf dem dritten Platz. Die FDP muss weiterhin um ihren Einzug in den Landtag fürchten. Sie landet in der Umfrage bei fünf Prozent.

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Damit ist derzeit keine Regierungskoalition in Thüringen absehbar. Während rot-rot-grün abgewählt wäre, ergebe sich für die anderen Parteien noch keine wirkliche Alternative. Eine CDU-geführte Koalition hätte ebenfalls nicht genügend Stimmen für die Bildung einer Regierung. Ein Bündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP käme zum Beispiel nur auf 42 Prozent der Stimmen. Mit der AfD haben alle im Thüringer Landtag vertretenen Parteien eine Kooperation ausgeschlossen.


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