"Bin nicht rechtsradikal" : Nach Stegner-Gag: Youtuber Kilic sauer wegen Medienreaktionen

Der Parteitag wählte den Schleswig-Holsteiner Ralf Stegner nicht mehr zum Stellvertretenden SPD-Vorsitzenden. Finanzminister und Vizekanzler wird er auch nicht werden - ein Youtuber hatte ihm die Ämter nur zum Scherz angetragen und das Telefonat später veröffentlicht. Foto: imago images/Rüdiger Wölk
Der Parteitag wählte den Schleswig-Holsteiner Ralf Stegner nicht mehr zum Stellvertretenden SPD-Vorsitzenden. Finanzminister und Vizekanzler wird er auch nicht werden - ein Youtuber hatte ihm die Ämter nur zum Scherz angetragen und das Telefonat später veröffentlicht. Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Erst veralberte der Youtuber Klemens Kilic den SPD-Politiker Ralf Stegner, dann zogen Teile von Netz und Medien über ihn selbst her und beschrieben ihn als rechtsradikal. Nun wehrt er sich.

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09. Dezember 2019, 20:19 Uhr

Osnabrück | Der Youtuber Klemens Kilic hat sich über Medienreaktionen verärgert gezeigt, die sein Clip mit dem SPD-Politiker Ralf Stegner hervorgerufen hat. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte er, „erst fanden die Medien das ganz witzig, wie Stegner reingelegt wurde. Dann haben linke Journalisten spitzgekriegt, was da läuft, und mich in eine Ecke gestellt.“

Artikel wurden dahingehend ergänzt, „dass ich mindestens als ,umstritten‘, oft auch als einem rechtsradikalen Netzwerk angehörend dargestellt wurde“, sagte Kilic. Diese Unterstellung sei nachweislich falsch. „Es ist offenbar für manche Journalisten schwer zu ertragen, dass ein Youtuber patriotisch und konservativ und zugleich witzig sein und entlarvend arbeiten kann“, sagte Kilic.

"Reine Hetze"

Diffamierungen etwa bei Twitter seien „nicht tolerabel“ und „reine Hetze“. Rasch sei es nicht mehr um Stegners zweifelhafte Reaktion, sondern um seine Person als Urheber des Beitrags gegangen. „Ich empfinde diese Verschiebung als grotesk“, sagte Kilic.

Kilic kündigte an, die Reaktionen in einem weiteren Youtube-Beitrag verarbeiten zu wollen.

Kilic hatte sich vor dem SPD-Parteitag telefonisch als Norbert Walter-Borjans ausgegeben und Stegner das Amt des Finanzministers angeboten, das derzeit Vizekanzler Olaf Scholz innehat. Stegner fand diesen Vorschlag sehr interessant und verwies auf seine entsprechende Erfahrung. Walter-Borjans wurde auf dem Parteitag zum Vorsitzenden der SPD gewählt. Kilic veröffentlichte das Video zum Beitrag auf Youtube.

Kritisiert wurde der 23-Jährige unter anderem, weil er ein Youtube-Video vor der Landtagswahl in Sachsen mit den Worten "Wählt blau" schloss und sich damit für die AfD aussprach.

Kilic im Youtube-Video beim Telefonat mit Stegner. Screenshot: NOZ
Kilic im Youtube-Video beim Telefonat mit Stegner. Screenshot: NOZ


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