Vorschriften gelockert : Polizisten mit Tattoos?

Andreas Fengler hat sich 2014 nach über 20 Dienstjahren bei der Polizei als Tätowierer selbstständig gemacht. Als Polizist bedeckte er seine Tattoos am Unterarm mit langen Ärmeln.
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Andreas Fengler hat sich 2014 nach über 20 Dienstjahren bei der Polizei als Tätowierer selbstständig gemacht. Als Polizist bedeckte er seine Tattoos am Unterarm mit langen Ärmeln.

Studie: Bei Tätowierungen sinkt Respekt der Bürger

nnn.de von
13. Juni 2018, 05:00 Uhr

Berlin | „Die Polizei Berlin ändert ihren Umgang mit Tätowierungen!“, heißt es fett gedruckt im Bewerbungs-Aufruf der Hauptstadt-Polizei. Tattoos dürfen anders als bisher auch auf den Unterarmen zu sehen sein – ausgenommen sind extremistische, sexistische, gewaltverherrlichende und religiöse Motive. Auch andere Länder lockern ihre Vorschriften: Baden-Württemberg etwa erlaubt seit 2017 „dezente“ Tattoos.

 

Hintergrund der Lockerungen sind zumindest in Berlin wohl auch die Schwierigkeiten, geeigneten Nachwuchs für den Dienst zu finden. Zudem ist nach einer Studie der Universität Leipzig mittlerweile jeder fünfte Deutsche tätowiert. „Es ist gesellschaftsfähig geworden, bei den Fußballern fällt es besonders ins Auge“, sagt der Autor der Studie, Elmar Brähler. „Früher war es Ausdruck einer Randgruppe: Seefahrer, Zuhälter und Strafgefangene trugen Tätowierungen.“ Der Medizinpsychologe von der Uni Leipzig sieht aber noch Vorbehalte, gerade bei Älteren. „Eine Bank wird sich noch schwer damit tun, einen Tätowierten oder Gepiercten an den Schalter zu setzen“, sagt er.

Zu einem ganz anderen Ergebnis kommt dagegen eine neue Studie der Hochschule der Polizei in Rheinland-Pfalz. Deren Fazit lautet: Wenn ein Polizist sichtbar tätowiert oder gepierct ist, sinken Respekt und Vertrauen der Bürger. Zugleich steige das Einsatzrisiko des Beamten, weil sich manche Bürger eher widersetzen könnten. Befragt wurden 241 zufällig ausgewählte Bürger.

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