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Neue Netflix-Serie „Wednesday“: Die Addams-Family-Tochter als cooler Freak im Chaos

Von Sebastian Lohse | 23.11.2022, 20:45 Uhr

Am 23. November erwacht die Addams Family auf Netflix zu neuem Leben. Die Serie „Wednesday“ ist schnell gebingt und zeigt, dass augenscheinliche Freaks die besseren Normalos sind.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • Worum es in „Wednesday“ geht.
  • Für wen die neue Netflix-Serie geeignet ist.
  • Wie sich Jenna Ortega als Addams-Family-Tochter macht.

Wenn man als Außenseiter nicht zur Schule passt, muss die Schule eben zum Außenseiter passen. Wednesday Addams, die sich über einen nur semi-erfolgreichen Piranha-Angriff auf einen arroganten Mitschüler ärgert, ist ein besonders schwerer Fall. Mit ihrer teils morbiden Weltanschauung ist sie auf einsamem Posten in der Welt der Normalos – was sie nicht weiter stört, da eh jeder für sich allein sterben muss.

Worum gehts in der Serie „Wednesday“?

Im Mittelpunkt der Netflix-Geschichte steht ein Mädchen, das erwachsen wird und dabei mit allerlei Problemen und der Liebe konfrontiert wird. Für eine Person, die mit Emotionen nicht viel zu tun hat, ist das doppelt schwierig. An der Nevermore Academy lernt sie, sich mit anderen Außenseitern zusammenzutun. Nebenbei will sie eine monströse Mordserie aufklären, in die auch ihre eigene Familie verstrickt zu sein scheint.

Lohnt sich die neue Netflix-Serie?

Die Serie „Wednesday“ soll in erster Linie das junge Netflix-Publikum ansprechen. Sie unterhält dank überzeichneter Charaktere, einer riesigen Portion Schlagfertigkeit und einer guten Fantasy-Geschichte aber auch Zuschauer jenseits der Pubertät. Die acht Folgen à 50 Minuten sind schnell weggestreamt.

Regisseur Tim Burton (64), der vom Disney-„Zirkus“ die Schnauze vollhat und bei Netflix sein TV-Debüt abliefert, entführt atmosphärisch in seine bekannten fantastischen Welten („Edward mit den Scherenhänden“, „Corpse Bride“, „Alice im Wunderland“). Gleichzeitig erinnert das Ganze an eine Mischung aus „Harry Potter“ und „Twilight“ mit einem Tick Horror.

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Jenna Ortega als coole Außenseiter-Tochter

Jenna Ortega (20) spielt die Wednesday Addams mit einer vielsagenden Mimik und Blicken, auch wenn sie eher der ruhige Typ ist. Tim Burtons Vergleich mit einer Stummfilmschauspielerin trifft es ziemlich gut. Wenn sie aber spricht, dann treffen ihre sorgfältig gewählten Worte wie Messerstiche ihr Gegenüber. Eine Schlagfertigkeit, die oft erst nach ein paar Sekunden ihre volle Wirkung entfaltet und den Charme der Figur unterstreichen.

Zusammen mit den eher schwarzen als weißen Klamotten und ihrer Gesamterscheinung vom Make-up bis zum dunklen Nagellack ist das moderne Goth Girl perfekt gelungen. Die Latina legte sich für ihre Rolle richtig ins Zeug und lernte unter anderem Fechten, Cello spielen und sogar Deutsch (um Touristen aufzuklären und abzuschrecken).

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Der Rest der Addams Family in der Nebenrolle

Die Familie von Wednesday spielt eher eine Nebenrolle. Was bei der Performance der Nebencharaktere nicht weiter schmerzt. Catherine Zeta-Jones (53) als Morticia Addams muss sich den Vergleich mit ihrer Vorgängerin Anjelica Huston (71) gefallen lassen, reicht aber nicht an deren akkurate Eleganz heran.

Luis Guzmán (66) hat zumindest seine eigene Interpretation des Vaters Gomez gefunden. Heimlicher Star in den Nebenrollen ist das eiskalte Händchen, das sich als treuer Begleiter mit sehr menschlichen Zügen entpuppt, auch wenn offensichtlich nicht mehr viel vom Menschen übrig geblieben ist.

Dass Christina Ricci (42), die die Wednesday Addams Anfang der 1990er-Jahre verkörperte, eine Rolle bekommen hat, ist ein schöner Wink an die originalen „The Addams Family“-Filme. Die Macher der Netflix-Serie „Wednesday“ schaffen es mit ihrer Interpretation den Charme des Originals in die Moderne zu teleportieren. Und zeigen das, was damals schon galt: Freaks sind oft die besseren Normalos.

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