Hohe Kompensationszahlungen : Easyjet will CO2-Ausstoß seiner Flugzeuge ausgleichen

Der Billigflieger Easyjet verspricht CO2-neutrale Flüge.
Der Billigflieger Easyjet verspricht CO2-neutrale Flüge.

Insgesamt sollen knapp 30 Millionen Euro unter anderem in Projekte in Südamerika und Afrika investiert werden.

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19. November 2019, 15:55 Uhr

London/Frankfurt | Der Billigflieger Easyjet will künftig den CO2-Ausstoß seiner Flugzeugflotte vollständig mit Klimaschutzprojekten ausgleichen. Man sei von sofort an die weltweit erste große Fluggesellschaft mit netto null Emissionen, sagte Airline-Chef Johan Lundgren am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse für das Jahr 2018/2019 in London. Im laufenden Geschäftsjahr werde man für die Kompensation rund 25 Millionen Pfund (29,3 Mio Euro) aufwenden.

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Ausgleich nur Übergangsmaßnahme

Man sei sich dabei bewusst, dass der Ausgleich nur eine Übergangsmaßnahme sei, sagte Lundgren. Easyjet werde daher die Entwicklung innovativer Technologien weiter unterstützen. Mit Airbus habe man eine entsprechende Grundsatzvereinbarung über ein Projekt getroffen, mit dem elektrische und hybride Flugzeuge für die Kurzstrecke ermöglicht werden sollen.

Mit Kompensationszahlungen sollen unter anderem Aufforstungsprojekte in Südamerika und Afrika sowie Photovoltaik-Anlagen etwa im indischen Tamil Nadu gefördert werden. In Uganda und Eritrea werden zerstörte Wasserbohrlöcher erneuert, damit Wasser nicht mehr auf Holzfeuern abgekocht werden muss. Die Maßnahmen entsprechen Easyjet zufolge höchsten internationalen Verifizierungsstandards und werden über verschiedene Dienstleister wie Climate Focus oder First Climate vermittelt.

Wie andere Airline-Chefs zuvor wandte sich Lundgren gegen Luftverkehrssteuern, wie sie Deutschland gerade erhöht hat. Sie machten den Luftverkehrssektor nicht sauberer, sondern verhinderten Investitionen in saubere Flugzeuge. Auch mahnte der Airline-Chef Verbesserungen im europäischen Flugsicherungssystem an.

Niedrige Ticketpreise mindern Gewinn

Das Unternehmen hat in dem Geschäftsjahr bis zum 30. September 2019 vor Steuern einen Gewinn von 427 Millionen britischen Pfund (499 Mio Euro) gemacht und lag damit am oberen Ende der eigenen Prognose, aber auch ein rundes Viertel unter dem Vorjahreswert. Als Gründe für den Rückgang wurden Währungseffekte, teures Kerosin und niedrige Ticketpreise genannt. Unter dem Strich wiesen die Briten einen Gewinn von 349 Millionen Pfund (408 Mio Euro) nach 358 Mio Pfund im Vorjahr aus.

Analysten hoben die positiven Entwicklungen hervor: Gute Ticketpreise des Billigfliegers sprächen für höhere Schätzungen beim Gewinn vor Steuern, schrieb Analyst Damian Brewer vom Analysehaus RBC in einer Studie. Die Schweizer Bank Credit Suisse erwartet, dass Easyjet weiterhin Marktanteile gewinnt.

Zweitgrößter Billigflieger nach Ryanair

Der nach Ryanair zweitgrößte Billigflieger Europas mit 331 Flugzeugen hatte unter anderem wegen der Übernahme großer Teile des Air-Berlin-Geschäfts im Geschäftsjahr 2018/2019 seine Kapazität um 10,3 Prozent ausgeweitet. Die Passagierzahlen kletterten um 8,6 Prozent auf 96,1 Millionen, während der Umsatz um 8,3 Prozent auf 6,385 Milliarden britische Pfund anwuchs.

Auf dem deutschen Markt mit Schwerpunkt Berlin wolle man im laufenden Jahr die Kapazität nur im unteren einstelligen Prozentbereich steigern, sagte Deutschland-Chef Stephan Erler der Deutschen Presse-Agentur. Man sehe zum Teil Überkapazitäten im Markt und rechne mit einer konjunkturellen Eintrübung. Neue Inlandsverbindungen seien zunächst nicht geplant. Zur möglichen Übernahme von Teilen der Thomas-Cook-Airline Condor wollte sich der Manager nicht äußern.

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