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Sommersaison 2018 Neue Regeln für Urlauber

Von Redaktion svz.de | 03.06.2017, 16:00 Uhr

Verbraucherschützer und Reiseverbände kritisieren EU-Richtlinie

Urlauber in Europa sollen ab der Sommersaison 2018 besser geschützt sein, wenn während der schönsten Wochen des Jahres etwas schiefläuft oder der Veranstalter pleitegeht. Doch die Umsetzung der EU-Richtlinie in Deutschland, die der Bundestag in der Nacht zu gestern verabschiedet hat, sorgt für Unmut – vor allem bei Verbraucherschützern.

Warum gibt es überhaupt eine Änderung?

Durch die Richtlinie sollen die Spielregeln innerhalb der EU weitgehend vereinheitlicht werden. Ein weiterer Grund ist das geänderte Buchungsverhalten der Urlauber. Viele Sonnenhungrige stellen sich einzelne Teile ihres Trips – Flug, Unterkunft oder Mietauto – im Internet inzwischen selbst zusammen, anstatt wie in der Vergangenheit komplett bei einem Veranstalter zu buchen. Buchungen im Netz waren bisher rechtlich nur teilweise erfasst. Das wird nun geändert.

Was bedeutet das für die Verbraucher?

Der Begriff der Pauschalreise wird erweitert, so dass die meisten Reisebestandteile wie Flüge, Hotelangebote oder Mietwagen eingeschlossen sind. Standard-Informationsblätter sollen für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit sorgen. Mängel können innerhalb von zwei Jahren geltend gemacht werden statt wie bisher innerhalb eines Monats.

Was ist mit Tagesreisen und Ferienhäusern?

Felix Methmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, dass der ursprünglich geplante Schutz für Urlaub in Ferienhäusern entfällt. „Geht der Ferienhausanbieter pleite, ist die meist recht hohe Anzahlung weg. Auch bei Tagesreisen gebe es gravierende Änderungen zum Nachteil der Verbraucher. Methmann zufolge fallen etwa 95 Prozent dieser Trips künftig aus dem Reiserechtsschutz heraus – Ausnahmen sind Tagesreisen ab einem Wert von 500 Euro.

Wie sieht es mit Preiserhöhungen aus?

Bis zu 20 Tage vor Reiseantritt sollen Preisaufschläge von bis zu acht Prozent als zumutbar gelten – bisher sind es fünf Prozent. Die Erhöhung muss sich allerdings unmittelbar aus gestiegenen Treibstoffkosten, Wechselkurseffekten oder Abgaben ergeben. Bei Erhöhungsklauseln im Vertrag dürfen Kunden im Gegenzug Preissenkungen fordern, wenn diese Posten billiger werden – was die Urlauber nachweisen müssen.