Kein Verkauf als Ganzes : Deutsche Thomas Cook wird zerschlagen

Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt. /dpa
Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt. /dpa

Für die insolvente deutsche Thomas Cook insgesamt findet sich kein Käufer. Jetzt beginnt der Verkauf in Teilen. Damit sollen möglichst viele Jobs gesichert werden.

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19. November 2019, 16:43 Uhr

Der insolvente deutsche Reisekonzern Thomas Cook wird in Einzelteilen verkauft. Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof übernimmt 106 der 126 Reisebüros der Oberurseler.

Das teilten die beiden Unternehmen mit. Dadurch würden mehr als 500 Arbeitsplätze in dem Bereich gesichert. «Wir haben alles versucht, Thomas Cook als Ganzes zu veräußern. Das war allerdings im Markt nicht zu realisieren», sagte Ottmar Hermann, einer der vorläufigen Insolvenzverwalter.

Mit dieser Lösung werde ein Maximum an Substanz und Arbeitsplätzen erhalten, sagte Hermann. Konkrete Angebote gibt es früheren Angaben zufolge auch für die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH mit etwa 90 Beschäftigten.

An der Hotelmarke Sentido und der Reisebüro-Franchisemarke Holiday Land hat Konkurrent DER Touristik Interesse. Thomas Cook hofft, mit den angestrebten Verkäufen gut die Hälfte der etwa 2100 Jobs in Deutschland sichern zu können. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis Ende November 2019 durch das Insolvenzgeld gesichert.

Das Reisegeschäft von Galeria Karstadt Kaufhof umfasste bislang 78 Reisebüros in Warenhäusern sowie weitere 22 innerstädtische Reisebüros. Durch die Übernahme wird die Zahl der Reisebüros also mehr als verdoppelt. Zum übernommenen Online-Geschäft von Thomas Cook zählen die E-Commerce-Plattform und eine für das Reisegeschäft maßgeschneiderte IT sowie entsprechende Kundendaten.

«Mit der künftig noch weitergehenden Verknüpfung von Online- und Offline-Fähigkeiten im Reisegeschäft schaffen wir den Sprung zum Omnichannel-Reiseanbieter», betonte der Chef von Galeria Karstadt Kaufhof, Stephan Fanderl. Der Erwerb steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörde sowie des Gläubigerausschusses von Thomas Cook.

Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und hatte am 25. September Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hatte jüngst alle Reisen für 2020 abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind.

Da es kein Angebot für das Unternehmen als Ganzes oder bislang für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH gibt, wird früheren Angaben zufolge aus rechtlichen Gründen die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der Thomas Cook Touristik GmbH zum 1. Dezember 2019 vorbereitet. Das trifft mit den Marken Neckermann Reisen, Air Marin und Thomas Cook Signature den Kern des Veranstalters.

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