Nach dem Urknall : 13,8 Milliarden Jahre alt: Forscher weisen frühestes Molekül des Universums nach

Rechts unten ist das Spektrum des Heliumhydrid-Ions (HeH+) zu sehen (beobachtet mit dem GREAT-Instrument an Bord des Flugzeug-Observatoriums SOFI), daneben die künstlerische Darstellung der scharfen Übergangsregion des Nebels NGC 7027 zwischen heißem ionisiertem Gas (weißlich-gelb) und der kühleren Hülle (in rot).
Rechts unten ist das Spektrum des Heliumhydrid-Ions (HeH+) zu sehen (beobachtet mit dem GREAT-Instrument an Bord des Flugzeug-Observatoriums SOFI), daneben die künstlerische Darstellung der scharfen Übergangsregion des Nebels NGC 7027 zwischen heißem ionisiertem Gas (weißlich-gelb) und der kühleren Hülle (in rot).

Der Nachweis könnte helfen, die frühe Entwicklung des Universums besser zu verstehen.

nnn.de von
17. April 2019, 20:10 Uhr

Bonn | Forscher haben das erste nach dem Urknall entstandene Molekül im All nachgewiesen. Zuvor hatten sie Jahrzehnte nach den Heliumhydrid-Ionen gesucht. Der Nachweis könnte helfen, die frühe Entwicklung des Universums besser zu verstehen. Das berichtet ein Team um Rolf Güsten vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie im Fachmagazin "Nature".

Vor 13,8 Milliarden Jahren gebildet

Heliumhydrid-Ionen waren die ersten Moleküle, die sich nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren im Universum bildeten. Obwohl die Existenz des Ions, eine Verbindung aus ionisiertem Wasserstoff und Helium, bereits 1925 im Labor gezeigt wurde, blieb es im All lange unauffindbar. "Es gab bislang einfach keine entsprechenden Detektoren", sagte Astrophysiker Güsten.

Das Ferninfrarot-Spektrometer GREAT (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) innerhalb der Druckkabine im Flugzeugobservatorium SOFIA. Foto: dpa/Carlos Duran
Das Ferninfrarot-Spektrometer GREAT (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) innerhalb der Druckkabine im Flugzeugobservatorium SOFIA. Foto: dpa/Carlos Duran

Weit mehr als zehn Jahre hätten seine Kollegen und er geforscht, um ein hochauflösendes Spektrometer zu entwickeln, das die individuelle Infrarot-Strahlung des Moleküls im All aufspüren kann. Auch Forscher der Uni Köln waren beteiligt. Von einer zur fliegenden Sternwarte umgebauten Boeing 747 aus wurden schließlich die entscheidenden Messungen gemacht. Das Molekül fand sich in einem planetarischen Nebel etwa 3000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

"So etwas Bedeutendes weckt natürlich den Ehrgeiz"

"Wir hatten die Suche nach den Heliumhydrid-Ionen lange auf der Agenda. So etwas Bedeutendes wie das erste Molekül des Universums weckt natürlich den wissenschaftlichen Ehrgeiz", sagte Güsten. Die Forscher erhoffen sich von der Entdeckung, chemische Reaktionen in der Frühphase des Universums kurz nach dem Urknall künftig besser modellieren zu können.

Weiterlesen: Zwillingsstudie zeigt Folgen eines längeren All-Aufenthalts

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