Kriminalität : Kiloweise Briefe und Pakete entsorgt statt ausgeliefert

Ein Postmitarbeiter hat massenhaft Briefe, Pakete und Werbesendungen für Empfänger im Raum Pasewalk in die Landschaft gekippt, statt sie auszuliefern. Die Post versucht, intakte Sendungen noch zuzustellen.

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16. Oktober 2019, 17:00 Uhr

Mehrere Kubikmeter Briefe und Pakete sind im Raum Pasewalk nicht zugestellt, sondern in Wald und Flur entsorgt worden. Zuletzt habe eine Frau am Dienstagabend in einem Wald bei Rothemühl (Vorpommern-Greifswald) rund 40 Postsendungen gefunden, teilte die Polizei in Anklam am Mittwoch mit.

Eine Sprecherin der Deutschen Post AG sagte, der erste Fund sei der Post am 18. September im Bereich Pasewalk bekannt geworden, weitere folgten. Dabei handelte es sich um knapp 1300 Sendungen, überwiegend um Werbesendungen. Sie seien den Kunden inzwischen mit einem entsprechenden Anschreiben zugestellt worden.

Security-Spezialisten des Unternehmens hätten einen Mitarbeiter zu dem Fund befragt und gegen ihn Strafanzeige erstattet. «Wir haben uns bereits von diesem Mitarbeiter getrennt», sagte die Sprecherin. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen der Verletzung des Briefgeheimnisses. Zu Sendungen, die erst in den vergangenen Tagen gefunden wurden, konnte die Sprecherin noch keine Auskunft geben. Diese seien noch nicht von der Polizei freigegeben.

Nach Angaben der Polizei entdeckte eine Frau Anfang Oktober bei Viereck nichtzugestellte Kataloge. Eine Woche später habe ein Mann auf dem Gelände einer Agrarfirma zwischen Klein Luckow und Blumenhagen etwa 2,5 Kubikmeter abgeladene Pakete, Zeitungen und Briefe gefunden. Weitere Funde habe es in den vergangenen Tagen im Schilf bei Fahrenwalde und in der Stadt Pasewalk gegeben. Teilweise seien die Postsendungen geöffnet gewesen.

Um wie viele Sendungen es sich handelt, ist der Polizei zufolge nicht bekannt und kaum noch festzustellen. Ein Teil der Briefe und Pakete sei schon von Unkraut überwuchert gewesen. Die Sendungen seien an Adressaten im Raum Pasewalk gerichtet gewesen. Die Poststempel stammten aus der Zeit zwischen August und Oktober.

Die Post will das noch zustellfähige Material den Empfängern mit einem erklärenden Begleitschreiben überbringen. Sollten Kunden in der Region Sendungen vermissen, könnten sie einen Nachforschungsauftrag über den Kundenservice der Post erteilen.

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