Video aus Rostock : Astronomische Uhr erhält neues Blatt

An den Berechnungen für das neue Kalenderblatt tüftelte Prof. Manfred Schukowski bereits seit 1994. Gestern war er überglücklich, die Scheibe mit Urenkel Theodor einweihen zu können. Fotos: tret
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An den Berechnungen für das neue Kalenderblatt tüftelte Prof. Manfred Schukowski bereits seit 1994. Gestern war er überglücklich, die Scheibe mit Urenkel Theodor einweihen zu können. Fotos: tret

Wahrzeichen ist bereit für weitere 133 Jahre / Auftakt zum Stadtjubiläum

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01. Januar 2018, 19:30 Uhr

Für Prof. Manfred Schukowski ist gestern ein Traum in Erfüllung gegangen: Zusammen mit Urenkel Theodor und Hunderten Rostockern nahm der 89-Jährige an der Enthüllung und Inbetriebnahme des neuen Kalendariums der Astronomischen Uhr in der Marienkirche teil. Ohne den Experten wäre das undenkbar – in mühevoller Arbeit berechnete Schukowski bereits seit 1994 die Daten, die für den reibungslosen Betrieb in den nächsten 133 Jahren benötigt werden. Das alte Kalendarium war seit dem 1. Januar 1885 in Betrieb und musste nach 48 577 Tagen nun erneuert werden.

Die Astronomische Uhr gilt als die weltweit älteste original erhaltene funktionstüchtige ihrer Art. Sie wurde 1472 in Betrieb genommen und funktioniert bis heute präzise. Bei ihrem Kalendarium handelt es sich um eine große Scheibe, die außer der Uhrzeit auch die Mondphasen und Stand von Sonne und Mond in den Tierkreiszeichen anzeigt. Die 133 Jahre wurden vermutlich deshalb gewählt, weil die Quersumme sieben ergibt. Diese Zahl gilt als Rostocker Zahl, mit ihren sieben Stadttürmen und -toren. Die Zeremonie gestern bildete zugleich den Auftakt zum 800. Geburtstagsjahr der Hansestadt.

Das Zusammentreffen mit dem 600. Geburtstag der Uni im Jahr 2019 bezeichnete Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) als einmalig. Er erinnerte beim Empfang im Rathaus an die wechselvolle Geschichte der Hansestadt. Die Astronomische Uhr sei dabei ein ganz besonderes Zeugnis ihrer Zeit. Das neue Kalendarium könne auch als Symbol für den Start in eine neue Zeitrechnung angesehen werden. Eine wichtige Koordinierungs- und Katalysatorfunktion erhoffte sich Methling von der Bewerbung um die Bundesgartenschau 2025. „Eine Gartenschau ist längst nicht mehr nur ein 170 Tage währendes Blumenfest. Sie ist auch Instrument für eine ganzheitliche Stadtentwicklung.“

Höhepunkt der 800-Jahr-Feierlichkeiten ist der Internationale Hansetag vom 21. bis 24. Juni. Dazu werden Delegationen aus etwa 190 Hansestädten und mehrere Traditionsschiffe in Rostock erwartet. Weitere große Feste sind der MV-Tag, das Treffen der Traditionsschiffe und die Hanse Sail.

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