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VW Ein Van muss doch gar nicht sportlich sein

Von Jan Wrege | 16.12.2017, 16:00 Uhr

Für eine unsexy Fahrzeugkategorie haben die Automobilhersteller markige Namen ersonnen

Für eine Fahrzeugkategorie, die unverdächtig ist, besonders sexy zu sein, haben die Automobilhersteller markige Namen ersonnen. Ein Van soll nicht mehr als solcher brav seinen Dienst tun, sondern als „Sports Tourer“ oder „Active Tourer“ das Blut in Wallung bringen. Bei VW heißt das „Sportsvan“ und von diesem Golf-Ableger wurden seit 2014 beachtliche 150 000 Stück verkauft, aber wohl kaum wegen des Namens. Da muss mehr dahinter stecken.

Jetzt war die Modellpflege fällig. Der erneuerte Golf Sportsvan ist an leicht veränderten Stoßfängern und Frontscheinwerfern mit LED-Tagfahrlicht (optional Voll-LED-Licht) oder an der neuen Lackierung „Cranberry Red“ zu erkennen. Mehr Neues bietet der ab 20 475 Euro erhältliche 2018er-Jahrgang unter der Haube, wo Antriebe, Assistenz und Infotainment aktualisiert wurden.

Geblieben sind die bekannten Vorzüge. Der Sportsvan ist schneidiger als der größere Touran. Man sitzt 8,5 Zentimeter höher als im normalen Golf, dank des höheren Dachs sowie fünf Zentimetern mehr Radstand ist das Raumgefühl viel luftiger. Der Kofferraum fasst zwischen 590 und 1520 Liter. Die Rücksitze sind um 18 Zentimeter verschiebbar, was wahlweise mehr Ladevolumen oder mehr Beinfreiheit bringt – sehr praktisch. Der neue 9,2-Zoll-Touchscreen des „Discover Pro“ (optional) fällt ins Auge. Dieses Navi-Infotainment kann auch via Sprach- und Gestensteuerung bedient werden. Zur angebotenen Assistenz gehören Fußgängererkennung, City-Notbremsung, teilautomatisierte Fahrt bis 60 km/h, Park Assist, proaktiver Insassenschutz und der Trailer Assist für das Rangieren mit Anhänger.

Das Basismodell treibt ein neuer 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 85 PS und 5,0 Litern Normverbrauch eher gemütlich an. Flotter geht es mit dem 1,5-Liter-Vierzylinder (ab 26 225 Euro) voran. Er leistet 130 PS, spart Kraftstoff mittels Zylinderabschaltung und kommt auf 5,2 Liter Normverbrauch. Er zieht aus niedrigen Drehzahlen kräftig an und läuft angenehm leise. Zwei weitere Benziner mit 110 und 130 PS sowie später zwei Diesel (115/150 PS) ergänzen das Angebot. Bringt der Sportsvan nun das Blut in Wallung? Eher nicht – hier genießt man Fahrkomfort, reichlich Platz und hohe Variabilität.