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Güstrow Die Müllgebühr steigt ab 2011 wieder

Von Claudia Röhr | 26.11.2009, 01:57 Uhr

Die gute Nachricht vorweg: 2010 bleibt die Müllgebühr im Landkreis konstant.

Ab 2011 müssen Einwohner wieder mit einem Anstieg der Preise rechnen. "Wir haben 2008 die Müllgebühren gesenkt, um Rücklagen aus den Vorjahren abzubauen", sagt Thomas Buske, Leiter des Abfallwirtschafts-Betriebes im Kreis Güs trow. Diese Reserven seien 2010 aufgebraucht, neue nicht hinzugekommen, stattdessen schlage die allgemeine Teuerungsrate zu Buche. Buske rechnet gegenwärtig damit, dass die Gebühren wieder auf das Niveau vor der Preissenkung 2008 klettern. "Auf durchschnittlich 24 Euro pro Person, jetzt haben wir 20 Euro", sagt Buske.

Bei Aussagen zur Müllgebühren-Entwicklung sei gegenwärtig aber auch viel Spekulation dabei. Ein Unsicherheitsfaktor sei die geplante Kreisgebietsreform, ein zweiter die Wirtschaftskrise und damit die Preisentwicklung auf dem Wertstoffmarkt. Ein Beispiel: Vor der Krise kletterten die Altpapier preise auf ein Rekordhoch von 85 Euro pro Tonne. Die Folge: Private Abnehmer drängten auch im Kreis Güstrow auf den Markt (wir berichteten). Zwischenzeitlich sank der Preis auf fünf Euro. "Das schlägt auch für uns bei 5000 Tonnen Papier, die wir im Jahr im Kreis Güstrow einsammeln, ordentlich rein", sagt Thomas Buske. Private Abnehmer zögen sich wieder zurück, Verbraucher liefern ihr Papier wieder an kommunale Abfallbetriebe. Jetzt habe sich der Papierpreis mit 50 Euro pro Tonne auf ein "normales" Niveau eingepegelt.

Im Landkreis Güstrow fielen im vergangenen Jahr knapp 40 000 Tonnen Müll an, 3000 Tonnen weniger als 2003. Prozentual sank die Müllmenge damit um 7,5 Prozent, die Einwohnerzahl im gleichen Zeitraum aber nur um 6,5 Prozent. "Ergo geben die Menschen weniger Müll ab", sagt Thomas Buske. Insbesondere die Restmüll-Menge (graue Tonne) sank im oben genannten Zeitraum, und zwar um elf Prozent, während die Abfälle zur Verwertung (Papier, Glas, Biomüll) nur um 4,5 Prozent zurückgingen. Buske schließt daraus, dass Menschen besser trennen und mehr Abfälle zur Verwertung weitergeben. "Wenn auch nicht alles an uns, sondern dorthin, wo sie noch Geld dafür bekommen", sagt der Leiter des Abfallbetriebes. Beispielsweise sank die auf den Wertstoffhöfen abgegebene Metallmenge um 60 Prozent, bei Glas um 20 Prozent.

Auch beim grünen Punkt trennen Einwohner im Kreis heute mehr. Vor fünf Jahren lag der Restmüllanteil in der Gelben Tonne bei 40 Prozent. Mit 33 Prozent ist er heute dennoch hoch.