Bauern hoffen endlich auf ein gutes Erntejahr

Die  Gülle wird am Feldrand bei Hoort  in einen  Gülleverteiler umgepumpt.Brunhilde Schmidt
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Die Gülle wird am Feldrand bei Hoort in einen Gülleverteiler umgepumpt.Brunhilde Schmidt

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09. April 2010, 01:57 Uhr

Hoort | Der Boden ist feucht aber nicht zu feucht. Die Technik hat damit kein Problem, jetzt wird Gülle ausgebracht. Mit sechs Fahrzeugen sind die Männer vom Landtechnischen Lohnunternehmen Marquardt aus Hülseburg in diesen Tagen auf den Feldern der Sude-Hof Radelübbe GmbH. Die ganze Woche hatten sie dort zu tun, war vom Geschäftsführer Alexander Marquardt zu erfahren. Heute werden die Männer etwa 1000 Hektar der Sude-Hof Radelübbe GmbH mit Gülle versorgt haben. "Jetzt ist bei uns Spitzenzeit", so Alexander Marquardt. Und so sind die Männer auch von früh bis spät auf den Feldern.

Es sieht schon gigantisch aus, was da am Feldrand von Fahrzeug zu Fahrzeug so abläuft. Der Fahrer Matthias Gildemeister erklärt es: Er kam mit dem Zubringer, dort passen etwa 25 000 Liter Gülle in den Tank, vom Zubringer wird die Gülle in einen Zwischencontainer gepumpt und von diesem in den Güllebomber, wie er ihn bezeichnete. Dieser verteilt die Gülle gleichmäßig auf dem Feld. Und von einer Zugmaschine der Sude-Hof Radelübbe GmbH wird die Gülle gleich in den Boden eingearbeitet. Am Ende dieser Frühjahres werden die acht Männer, die zu dem Lohnunternehmen gehören, 150 000 Kubikmeter Gülle auf Felder von Nordwestmecklenburg bis an die Elbe und die Landesgrenze von Schleswig-Holstein eingebracht haben. "Wir haben uns auf diese Arbeiten spezialisiert", berichtet Alexander Marquardt.

Die Landwirte sehen es mit Wohlwollen, dass sie nach dem langen Winter wieder auf die Felder können. "Verluste bei der im Herbst ausgebrachten Saat", so war von Harald Elgeti, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ludwigslust, zu erfahren "sind durch den vielen Schnee und den Frost kaum zu verzeichnen".

Jedoch das Jungvieh ist in anderen Jahren schon zu dieser Zeit ausgetrieben worden. "In diesem Jahr müssen wir teilweise damit noch warten", ist sich Harald Elgeti sicher.

Demnächst können die Landwirte mit der Aussaat der Zuckerrüben beginnen. Dann kommen der Mais und die Kartoffeln in den Boden. "Noch ist alles im grünen Bereich", bekräftigt der Geschäftsführer. Die Pflanzenschutz- und Düngerarbeiten sind, wie auf den Feldern in Hoort, in vollem Gange. "Zum Glück hatten wir genügend Niederschläge und wir hoffen, dass die Landwirte auch noch weiterhin von ausreichend Niederschlägen profitieren können. Insbesondere im April und Mai ist es wichtig, dass es feucht genug ist", versichert der Experte. Und somit sind dann auch erst einmal die Voraussetzungen für eine gute Ernte gegeben. "Wir brauchen auch endlich wieder eine gute Ernte", so Harald Elgeti. "Die letzte hatten wir im Jahr 2004", blickt er wehmütig zurück.

Ausgeweitet wurde in den vergangenen Jahren der Maisanbau. Tendenziell ist damit in der Landwirtschaft auf Grund der vielen Biogasanlagen am meisten Geld zu verdienen. Im vergangenen Jahr wurden auf 19,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Kreis Ludwigslust Mais angebaut. Auf 46,5 Prozent der Fläche stand Getreide. Spitzenreiter ist dabei in unserem Kreis der Roggen, er wurde 2009 auf 18, 6 Prozent der Fläche angebaut.

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