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Tödliche Schüsse in Waren Anwältin im Büro erschossen

Von Thomas Volgmann | 01.02.2018, 13:45 Uhr

Mit drei Schüssen wird eine Anwältin in Waren an der Müritz getötet. Die Bewohner der Kleinstadt sind fassungslos.

Ein brutales Verbrechen erschütterte am Donnerstagabend die Müritzstadt Waren. Ein Großaufgebot der Polizei suchte bis in die späten Abendstunden mit einem Hubschrauber und Fährtenhunden nach einem Mann, der eine Anwältin in ihrer Kanzlei in der Großen Mauerstraße erschossen hat. An den Ausfahrtstraßen wurden Fahrzeuge kontrolliert. Polizisten durchkämmten die  Innenstadt. Nach ersten Informationen wurde am späten Abend ein Tatverdächtiger von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen. Demnach soll es sich um einen 79 Jahre alten Mann handeln. Eine Bestätigung wollte die Einsatzleitstelle in Neubrandenburg nicht geben und verwies auf die Verantwortlichkeit der Staatsanwaltschaft.

Die Tat hatte sich in den Mittagsstunden ereignet. „Gegen 12.10 Uhr wurden der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums drei Schüsse aus einem Wohn- und Geschäftshaus in Waren gemeldet“, teilte Polizeisprecherin Diana Mehlberg mit. Mitarbeiter eines  Versicherungsbüros im Erdgeschoss hatten die Schüsse gehört und die Polizei alarmiert.

Zeugen hätten zudem beobachtet, wie ein älterer Mann mit einer Waffe aus dem Haus lief und sich auf seiner Flucht durch eine Hecke zwängte, hieß es.

Das Gebäude war danach durch herbeigerufene Beamte der Polizeiinspektion Neubrandenburg umstellt worden. Einige der Polizisten trugen Maschinenpistolen. Ein Hubschrauber kreiste während des Einsatzes über der Innenstadt. Als die Beamten die Räume der Kanzlei im obersten Stockwerk des dreigeschossigen Hauses betraten, fanden sie den leblosen Körper der Frau.

„Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich bei der getöteten Person um die dort ansässige Rechtsanwältin“, teilte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler von der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft mit. Die 67-jährige Anwältin Gabriele B. war Spezialistin für Familienrecht und Verkehrsrecht. Endgültige Erkenntnisse  zur Identität und zur Todesursache kündigte Zeisler für Freitag an.

Zum möglichen Motiv konnte die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft noch keine Angaben machen.