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Landgericht Rostock Auftakt im Automatensprenger-Prozess

Von Stefan Tretropp | 20.08.2018, 11:11 Uhr

Acht Jung-Angeklagte müssen sich vor dem Landgericht verantworten.

Vor der Großen Jugendstrafkammer des Rostocker Landgerichts müssen sich seit diesem Montag fünf Heranwachsende, zwei Jugendliche und ein Erwachsener wegen gemeinschaftlich begangenen Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen, schweren Bandendiebstahls und Diebstahls im besonders schweren Fall verantworten.

Die Beschuldigten machten Ende des vergangenen Jahres als Automatensprenger-Bande von sich reden. Die Staatsanwaltschaft legt David M. (21), Oliver F. (20), Milad H. (19), Dominic B. (19), Tony B. (18), Dennis S. (18), Sebastian T. (17) und Tommy P. (22) zur Last, zwischen Ende November 2017 und Anfang Januar dieses Jahres in Rostock und dem Landkreis in insgesamt acht Fällen Zigaretten-, Fahrkarten- und Parkautomaten gesprengt zu haben. Für die Herbeiführung der Explosionen sollen sie Sprengstoff verwendet haben. Das in den Automaten deponierte Bargeld sollen die Angeklagten entwendet und sich somit laut Staatsanwaltschaft eine "erhebliche Einnahmequelle" beschafft haben.

Als Sprengstoff sollen sie Knaller der Marke „Cobra 8“ (größter zugelassener Böller) verwendet haben. Im Durchschnitt hätten sie bei den Taten 1000 Euro erbeutet, hingegen jeweils ca. 30.000 Euro Sachschaden verursacht. David M. und Oliver F. befinden sich wegen dieser Sache bereits in Untersuchungshaft. Alle Angeklagten zeigten zu Prozessbeginn die Bereitschaft, sich zu den vorgeworfenen Taten weitestgehend zu äußern - allerdings nicht zum Auftakt. Diese Aussagen werden nun am nächsten Verhandlungstag, dem 4. September, erwartet. Der Prozess wurde bis dahin vertagt.