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Großbrand Boizenburg im Glück

Von Mayk Pohle | 13.07.2018, 17:14 Uhr

Feuer brach bei Lackierarbeiten in einer Firma auf dem Hafengelände aus. 109 Feuerwehrleute konnten Schlimmeres verhindern

Die Elbestadt ist am Nachmittag nach einem Großbrand im Bereich des Hafens nur knapp einer Katastrophe entgangen. In einer kleinen Halle der Firma „TamTec“ war  bei Lackierarbeiten kurz vor 15 Uhr ein Brand ausgebrochen. Mitarbeiter des Unternehmens  reagierten schnell, versuchten, selbst zu löschen, bargen einen 47-jährigen Kollegen und alarmierten die Feuerwehr. Die warf sofort alles raus, was in der Region zu bekommen war.

Laut Einsatzleiter Bernd Buck war es zunächst sehr schwer, zu agieren. Wegen der extrem starken Rauchentwicklung habe man so gut wie nichts sehen können, ohne Atemschutzgeräte sei kein Rankommen gewesen. Am Brandort konnten die Feuerwehrleute mit Pulverlöschern der Firma dann erste, wirksame Erfolge erzielen und dann weiter löschen. Die Restarbeiten und Kontrollen dauerten noch bis in den Abend. Fest steht aber, dass das Feuer nicht auf die eigentlichen Hallen auf dem früheren Werftgelände übergegriffen hat. Auch das Farblager der Firma, die Stahlrahmen herstellt, brannte entgegen erster Meldungen nicht. Es sei in jedem Fall knapp gewesen, Einsatzleiter Buck sprach von einer „wirklich heißen Kiste.“

Auch so versetzte der Großbrand die ganze Stadt in Aufregung, die schwarzen Wolken zogen über die Altstadt. Bürgermeister Harald Jäschke, von seiner Verwaltung alarmiert, informierte sogar persönlich den Rundfunk, um seine Bürger zu warnen.

Zur eigentlichen Brandursache konnte vor Ort  noch keiner etwas sagen. Nicht nur die Polizei ging davon aus, dass das Feuer bei Lackierarbeiten entstanden ist. In einer ersten Schätzung waren von einigen Hunderttausend Euro Schaden die Rede. Der 47-jährige Arbeiter kam mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Der herbei geeilte Firmenchef bedankte sich sofort bei den Einsatzkräften und eilte dann zu seinen Mitarbeitern.

Im Einsatz waren die komplette Boizenburger Wehren mit Schwartow, Gothmann und Bahlen. Dazu kamen die Wehren aus Schwanheide, Neu Gülze, Besitz, Kuhlenfeld sowie aus Lauenburg. Insgesamt waren 109 Feuerwehrleute beteiligt, es war der größte Einsatz seit mehr als drei Jahren in der Stadt, als die Flüchtlingsunterkunft brannte.