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A20 nahe Neukloster Eine Fliege kippt Sattelzug?

Von Manja Potts | 04.05.2018, 16:28 Uhr

Sattelzug mit 24 Tonnen Getränkedosen kippt auf der A20 um. Fahrer gibt kuriose Erklärung

War möglicherweise ein Fliege Schuld an einem Unfall auf der Autobahn 20 am Donnerstagnachmittag? Diese Frage stellt sich zurzeit der Polizei.

Gegen 15.45 Uhr hatte ein 27-jähriger Brummifahrer zwischen den Anschlussstellen Neukloster und Zurow in Richtung Lübeck die Kontrolle über seinen Sattelzug verloren. Der fuhr daraufhin in die Bankette, kippte um dort um und rutschte zurück auf die Fahrbahn. 24 Tonnen Getränkedosen verteilten sich auf der Fahrbahn und der angrenzenden Bankette, der Lkw lag quer auf der Straße. Er habe eine Fliege ins Auge bekommen, erklärte der Fahrer den Polizisten. Der Mann wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Am Gespann und der Ladung entstand ein Sachschaden von rund 83 000 Euro, schätzt die Polizei den Schaden.

Um all die Getränkedosen einzusammeln und den Lkw zu bergen brauchten Autobahnmeisterei, Rettungskräfte und Abschleppunternehmen mehr als sieben Stunden. Erst gegen 2 Uhr konnte die A20 wieder freigegeben werden.

Für den Fahrer aus Schleswig-Holstein kam es noch schlimmer. Während der Unfallaufnahme stellten die Polizisten fest, dass er nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Diese war im August 2017 abgelaufen.

Kraftfahrer, die ihren Führerschein beruflich brauchen, müssen laut Gesetz alle fünf Jahre verschiedene Module absolvieren, erklärt Jessica Lerke von der Polizeiinspektion Wismar. Dazu gehöre auch ein ärztlicher Test. Die müssen der Führerscheinstelle vorgelegt werden. Das hatte der Fahrer versäumt. Wäre er an diesem Tag privat unterwegs gewesen, hätte ihm zumindest in Sachen Führerschein kein Ungemach gedroht.

Nun muss er sich wegen des Verstoßes gegen Paragraf 21 des Straßenverkehrsgesetzes, also dem Fahren ohne Führerschein verantworten.