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Neubrandenburg „Keine Notwehr“: Drei Jahre und drei Monate Haft für Messerattacke

Von Winfried Wagner | 08.01.2020, 14:31 Uhr

Der Richter folgte der Forderung der Verteidigung nicht.

Für eine lebensgefährliche Messerattacke auf einen Kontrahenten hat das Landgericht Neubrandenburg einen 24-jährigen Mann zu drei Jahren und drei Monate Haft verurteilt.

Verteidigung forderte Freispruch

Der Neubrandenburger sei der gefährlichen Körperverletzung schuldig, sagte Richter Patrick Schwantes am Mittwoch. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt, da das 33-jährige Opfer den Angeklagten zuerst mit einem Messer angegriffen und er somit in Notwehr gehandelt habe.

Diese Ansicht teilte das Gericht nicht. Der körperlich überlegene Angeklagte haben den 33-jährigen Kontrahenten niedergeschlagen und als dieser am Boden lag, ihm mit einem Messer eine 17 Zentimeter lange Schnittwunde am Hals zugefügt. „Das war keine Notwehr mehr“, sagte Schwantes.

Weiterlesen: Lebensgefährliche Messerattacke: Viereinhalb Jahre Haft gefordert

Der Auseinandersetzung vor einem Einkaufscenter am Datzeberg am 21.

Juni waren ein gemeinsames Trinkgelage und Streit vorausgegangen, der ursprünglich vom Opfer ausgegangen sei. Mit dem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die viereinhalb Jahre Haft wollte.