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Walsleben Lkw verliert Salpetersäure - A24 stundenlang gesperrt

Von Winfried Wagner, Björn Graas und Daniel Möglich | 15.08.2017, 08:07 Uhr

Kleines Leck, große Wirkung: Eine Tonne Salpetersäure ist aus einem Gefahrguttransporter auf die A24 ausgelaufen. Für die Autofahrer hatte der Unfall massive Folgen, sie hatten aber auch noch Glück.

Aus einem Tankwagen ausgelaufene Salpetersäure hat den Verkehr auf der Autobahn 24 Berlin-Hamburg am Dienstag für Stunden zum Erliegen gebracht. Die Polizei riet allen Autofahrern auf dem Weg zur Ostsee oder auch von Mecklenburg-Vorpommern nach Süden, die Region Neuruppin/Wittstock möglichst weiträumig zu umfahren. Erst gegen 18.30 Uhr wurde die Autobahn wieder freigegeben, wie ein Polizeisprecher sagte. Es habe aber zunächst noch Staus gegeben.

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Salpetersäure (HNO3) wird unter anderem in der Industrie zur Reinigung von Flächen und Behältern verwendet, aber a Auch zur Herstellung von Düngemitteln, Farbstoffen und Sprengstoffen. Die farblose Flüssigkeit wirkt stark ätzend und kann auf der Haut schwer heilende Wunden verursachen.Bei Berührung mit brennbaren Stoffen besteht Feuergefahr. Organisches Material entzündet sich bei Kontakt mit der Säure von selbst. Die dabei entstehenden nitrosen Gase wirken als schweres Atemgift. Flüssige Stoffe wie Aceton oder andere organische Lösungsmittel führen in der Reaktion mit Salpetersäure zu heftigen Explosionen.

Der Fahrer des Gefahrguttransporters hatte am Montagabend auf dem Weg nach Hamburg an der Raststätte Walsleben-Ost ein Leck bemerkt. Danach wurden beide Autobahnseiten und auch beide Raststätten komplett geräumt und gesperrt. Der Lkw hatte 23 Tonnen 53-prozentige Salpetersäure in zwei Tankbehältern geladen. Zuerst wurde bis Mittag die Säure im kaputten Behälter abgepumpt. An dem Einsatz waren knapp 200 Kameraden beteiligt. Acht Mitarbeiter waren so erschöpft, dass sie medizinisch behandelt werden mussten. Anwohner wurden nicht verletzt.

Die A24 gilt mit der sich anschließenden A19 nach Rostock als Hauptstrecke von und zur Ostsee. Walsleben liegt zwischen Neuruppin und Wittstock. Auf beiden Seiten bildeten sich bis zu zehn Kilometer lange Staus. Die Polizei riet Autofahrern auch regionale Straßen um Neuruppin bis Mittwochmorgen wegen des hohen Verkehrsaufkommens zu umfahren.

Insgesamt verlor der Lkw rund eine Tonne Salpetersäure, erklärte die Polizeisprecherin. Salpetersäure wirkt ätzend auf Haut und Atemwege. Dabei hatten Anwohner und Autofahrer auch Glück. „Es hatte sich eine Gaswolke gebildet, die in Richtung Feld und Wald abzog“, sagte Röhrs. Zehn Erwachsene und drei Kinder mussten in Walsleben aus Häusern in Sicherheit gebracht werden. Die Ursache des Lecks soll ein defektes Ventil gewesen sein.