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Rostock-Neu Hinrichsdorf Video: Brand in Recycling-Anlage größtenteils gelöscht

Von Stefan Tretropp, Dirk Buchardt | 25.07.2018, 11:39 Uhr

Das Großfeuer in der Recycling-Anlage in Rostock-Neu Hinrichsdorf, das gestern ausbrach, konnte größtenteils gelöscht werden. Zwei Brandherde bestehen jedoch weiterhin.

Im Recycling-Betrieb in Neu Hinrichsdorf, in dem gestern Nachmittag eine große Verwertungshalle samt Sortieranlage in Flammen aufging, kämpften die Kameraden der Feuerwehr auch heute weiter gegen den Brand an. Am Abend und in der Nacht waren insgesamt 65 Kameraden der Berufsfeuerwehr Rostock, aber auch der benachbarten Wehren aus dem Landkreis vor Ort.

Verursacht haben sollen den Brand fälschlicherweise in der gelben Tonne entsorgte Lithium-Batterien. Als die Plastikabfälle in der Sortieranlage geschreddert wurden, sollen vermeintlich die Batterien dazwischengekommen sein und in Kombination mit der Trockenheit durch Funken den Brand ausgelöst haben. Der Schaden soll sich nach derzeitigen Informationen im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Nach Aussagen des Einsatzleiters Ralf Gesk sei es sehr schwer gewesen, das Feuer zu bekämpfen. Durch die Einsturzgefahr kamen die Kameraden nicht in das Werksinnere hinein - dort loderten nach wie vor die Flammen. Allerdings, so führt Gesk weiter aus, konnte das Übergreifen auf benachbarte Gebäude verhindert werden. Nun werde ein Prüfstatiker das Gebäude auf Standfestigkeit begutachten.

Um den Brandherd effektiver bekämpfen zu können, kam auch ein Großtanker in Neu Hinrichsdorf zum Einsatz. Mit diesem schossen die Feuerwehrleute mit Löschkanonen etwa 30 Meter weit ins Innere der Halle. Dennoch geht der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr davon aus, dass sein Trupp heute noch den ganzen Tag über im Einsatz sein wird.

Laut Pressemitteilung der Hansestadt Rostock konnte nach mehrmaliger Überprüfung der Luft keine giftige Konzentration festgestellt werden. Lediglich Geruchsbelästigungen durch den Rauch seien noch den ganz Tag über möglich, da zwei kleinere Brandherde weiterhin lodern.

Die Brandursache wird derzeit von der Rostocker Polizei und dem Betreiber der Anlage ermittelt.

Senator nimmt Betreiber in die Verantwortung

Bereits Ende Mai dieses Jahres war es auf dem Areal zu einem Großbrand gekommen. Damals brannten 1000 Kubikmeter Müll auf der angrenzenden Lagerfläche komplett nieder. Die Feuerwehr war mehrere Tage im Einsatz, um alle Flammen zu löschen. Weitere Brände in Rostock und dem Umland folgten –   am 6. Juni brannte eine Deponie in Parkentin, am 4. Juli brach bei der Recycling-Firma Alba im Fischereihafen ein Brand in der Schrottpresse aus. Der Rauch hatte sich über fast die gesamte Stadt gelegt.

Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) hat infolge der gehäuften Bränden erst kürzlich die 23 Betreiber der hiesigen Abfallanlagen wie auch Veolia  in die Verantwortung genommen. Er forderte sie auf,  präventive Maßnahmen anzuschieben – Müll zu separieren, Löschwasser und Brandbekämpfungsmittel vorzuhalten. Der gestrige Brand gab ihm recht. „Das Beispiel zeigt, dass wirklich alle, die mit Mengen an brennbaren Materialien handhaben, hoch sensibel sein müssen“, sagt Matthäus  – „jeder muss das leben, der in solchen Betrieben arbeitet. Es gilt besondere Vorsicht.“ So es sie noch nicht gibt, müssten Brandwachen eingesetzt werden. Die nächsten Tage soll es noch wärmer werden, die Brandgefahr steigt damit weiter.