Bützow : 12.57 Uhr: Elefantenbrücke liegt

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Aufmerksame Beobachter: Einwohner und Anwohner wie auch Bützows Bauamtsleiterin Doris Zich (3.v.r.) schauen gebannt auf die letzten Sekunde, als die Brücke eingesetzt wird.
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Aufmerksame Beobachter: Einwohner und Anwohner wie auch Bützows Bauamtsleiterin Doris Zich (3.v.r.) schauen gebannt auf die letzten Sekunde, als die Brücke eingesetzt wird.

Neue Stahlkonstruktion verbindet 3. Ausfallstraße wieder mit Wilhelmsteig.

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10. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Mittwochmittag. Es ist 12.40 Uhr. Immer wieder gibt Vorarbeiter Holger Gulde von der Firma Schmees & Lühn aus dem Emsland dem Kranführer Handzeichen. Langsam schwebt das „blaue Wunder“ von Bützow auf seinen vorgesehenen Platz. Um 12.57 Uhr ist es soweit: Die knapp zwölf Tonnen schwere, neue Elefantenbrücke liegt auf den Widerlagern links und rechts der Warnow. Ein leiser Applaus der neugierigen Zuschauer folgt. Bützow hat (s)eine Elefantenbrücke wieder, noch nicht ganz, aber der Neubau liegt dort, wo er liegen soll. Nun folgen die Fein- und Restarbeiten. Noch werden einige Tage ins Land gehen, bevor die Bützower wieder auf kurzem Weg von der Innenstadt in die Gartenstraße kommen und umgekehrt.

Prüfung dauert nur wenige Minuten

Das Einsetzen der Brücke hat nicht einmal 20 Minuten gedauert. Knapp zwei Stunden zuvor herrscht noch angespannte Erwartung. Zunächst taucht ein Prüf-Ingenieur auf. Der kontrolliert, ob die Schweißnähte in Ordnung sind. Denn die neue Warnowquerung besteht aus drei gleich großen Segmenten, jedes 8,50 Meter lang. Zwei wurden bereits in der Fertigungshalle zusammengeschweißt, das dritte nun vor Ort angefügt, erzählt Holger Gulde. Dass die Prüfung nach wenigen Minuten erledigt ist, erstaunt selbst den Brückenbauer. Doch eine Sichtprüfung reichte dem Ingenieur. Der habe auf das aufwendigere Verfahren mit einem Ultraschallgeräte verzichtet, erzählt Gulde.

 

Also kann gegen 12 Uhr die riesige Stahlkonstruktion an den Haken genommen werden. Aufmerksam beobachtet von Jürgen Hartwig. Der wohnt gleich um die Ecke und zeigt sich begeistert von der Konstruktion: „Was für eine Brücke. Die hält 100 Jahre und länger“, ist der Bützower überzeugt und prüft gleich noch mal die Mächtigkeit der Stahlträger. Genau beobachtet und mit einer Kamera festgehalten wird das Geschehen auch von Ingenieur Olaf Heiden. Er begleitet den Bau im Auftrag der Stadt. Als die Brücke rund eineinhalb Meter in der Höhe ist, hält der Kranführer noch einmal inne. Mitarbeiter der Brückenbaufirma säubern noch einmal die Konstruktion und ein letztes Mal wird an einigen Stellen die blaue Farbe aufgetragen.

Fehlen nur noch Brückenbelag und Geländer

Knapp sechs Meter Platz ist zwischen dem Zaun auf der einen Seite des Weges und dem gerade neu entstehenden Wohnhaus auf der anderen Seite. Die etwas mehr als drei Meter breite Brücke schwebt dazwischen, wird Stück für Stück vorwärts in Richtung Warnow geschoben.

Das letzte Stück ist dann Zentimeter-, ja Millimeterarbeit. Die vier Lager der Brücke müssen in die dafür vorgesehene Vertiefung eingebracht werden. Drei dieser vier Lager seien beweglich, erklärt Olaf Heiden. Denn auch Stahl arbeite bei unterschiedlichen Temperaturen. Die könnten im Sommer bei der Brücken-Spannweite von 25 Metern zu ein, zwei Zentimetern Unterschied führen, erklärt der Bauingenieur. Mit einem Stemmeisen gibt Holger Gulde der Brücke noch einen letzten kleinen Schubs und dann liegt sie passgenau auf den Widerlagern.

In den nächsten Tagen werden der Brückenbelag und die Geländer angebracht. Zudem muss auch noch das Stück der 3. Ausfallstraße von der Kreuzung bis zur Warnow befestigt werden. Dann findet die seit mehr als acht Jahren währende unendliche Geschichte doch noch ihr Ende.

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