Heldenserie : Thomas Weiher nach Brand bei Lübtheen gleich wieder im Einsatz

Feuerwehrmann mit Leib und Seele: Seit 22 Jahren steht Thomas Weiher an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Passin. Die blickt auf eine lange Tradition, besteht im kommenden Jahr bereits 90 Jahre.
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Feuerwehrmann mit Leib und Seele: Seit 22 Jahren steht Thomas Weiher an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Passin. Die blickt auf eine lange Tradition, besteht im kommenden Jahr bereits 90 Jahre.

Seit über 60 Jahren treffen sich die Brandschützer aus Passin immer am ersten Wochenende zum Dienst

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20. August 2019, 20:00 Uhr

„Im Sommer, bei über 35 Grad und anhaltender Trockenheit, kann man die Uhr danach stellen, dass irgendwo etwas passiert“, sagt Thomas Weiher, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Passin, einem kleinen Dorf zwischen Bützow und Schwaan. Den Funkmeldeempfänger hat er ohnehin immer am Mann. Der Bauunternehmer hat aber auch immer einen Zweitschlüssel für das Gerätehaus im Auto. Ertönt der Pieper oder heulen die Sirenen, geht es direkt zur Passiner Einsatzzentrale.

Anspannung auch nach 22 Jahren

So geschehen auch vor knapp einem Monat. Der Brand bei Lübtheen ist gerade erst verraucht und noch in aller Munde, da gibt es am letzten Freitag des Monats Juli kurz nach Mittag Großalarm für die Feuerwehren rund um Bützow. Meterhoch lodern die Flammen auf einem Getreidefeld bei Selow. Einsatzleiter ist Thomas Weiher von der Passiner Wehr. Mehr als 60 Kameraden von acht Feuerwehren der Region nehmen den Kampf gegen die Flammen auf, können sie relativ schnell unter Kontrolle bringen.

 

Auch wenn der Passiner Feuerwehrchef seit 1981 Feuerwehrmann ist und seit nunmehr 22 Jahren die Blauröcke anführt, die Anspannung bleibt, wenn es zu einem Einsatz rausgeht. Vor allem, wenn er selbst der Einsatzleiter ist. „Man weiß nie, was einen erwartet. Die ersten zehn Minuten sind entscheidend. Da kommt es darauf an, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen“, schildert der 52-Jährige die Einsatzstrategie bei einem solchen Großereignis.

Meterhoch schlagen die Flammen bei diesem Brand eines Getreidefeldes bei Selow.
Frank Liebetanz/Archiv
Meterhoch schlagen die Flammen bei diesem Brand eines Getreidefeldes bei Selow.
 

Tradition ist bis heute geblieben

Das Ehrenamt ist dem zweifachen Vater sozusagen in die Wiege gelegt worden. „Meine Eltern waren bei der Feuerwehr und sind noch heute Ehrenmitglieder. Meine beide Söhne sind auch mit dabei.“ Der Vater war stellvertretender Wehrführer. Und schon vor über 60 Jahren hieß es in Passin: immer am ersten Sonntag im Monat ist Feuerwehrdienst. Das ist bis heute so geblieben. Es spreche für seine Truppe, dass er dabei immer auf eine sehr hohe Beteiligung zählen kann, sagt Thomas Weiher. Ebenso Tradition habe der Feuerwehrsport. Die Kameraden, die sich damit beschäftigen, treffen sich zusätzlich jeden Dienstag. Und dann geht es im Jahr zu vielen Wettkämpfen.

Für ihn sei die Arbeit in der Wehr selbstverständlich. „Es wäre schlimm, wenn die Sirenen gehen und keiner ist da. Wir werden gebraucht“, sagt Thomas Weiher, der seit mehr als zwei Jahrzehnten auch Gemeindevertreter ist, und weiter: „Wenn andere vor dem Feuer weglaufen, laufen wir hin.“ Auch wenn alle für ihr Ehrenamt brennen, so sei es immer auch wichtig, dass alle wieder heil von einem Einsatz zurückkommen. „Das gebe ich meinen Jungs immer wieder mit auf den Weg“, sagt der Passiner.

>> Eine große Feier für die Retter

 
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