Landkreis Rostock : Den Gaslecks auf der Spur

Mit einem Bodenluftmesser ausgerüstet kontrollieren Nico Zimmermann und seine Gasspürer-Kollegendie Gasleitungen in der Region.
Mit einem Bodenluftmesser ausgerüstet kontrollieren Nico Zimmermann und seine Gasspürer-Kollegendie Gasleitungen in der Region.

Gasspürer ziehen in den kommenden Wochen wieder durch den Landkreis, um undichte Stellen an Gasleitungen zu ermitteln

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04. Juli 2019, 12:00 Uhr

Sie gehen wieder auf Tour. Sie sehen aus wie Schatzsucher, weil sie eine Art „Wünschelrute“ oder einen Metalldetektor vor sich führen und weite Wege abgehen. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Gerät aber nicht um Wünschelrute oder Metalldetektor, sondern um ein hoch technisiertes Gerät, das Gaslecks aufspürt. Die Gasspürer ziehen in den kommenden Wochen wieder durch die Lande, checken 22 Orte im Landkreis Rostock.

Mitarbeiter im Auftrag der „HanseGas“

Auf Sicherheit werden Steinhagen, Warnow, Zernin, Wiendorf, Kronskamp, Linstow, Roggow, Ahrenshagen, Bastorf, Blengow, Hohen Gubkow, Klein Lantow, Malpendorf, Neubukow, Prangendorf, Reppelin, Russow, Serrahn, Steinfeld, Wendfeld, Wiethagen und Zietlitz geprüft. Die Gasspürer sind im Auftrag von „HanseGas“ unterwegs. „Insgesamt werden in diesem Jahr rund 1230 Kilometer der Gasnetze im Gasnetzgebiet von HanseGas von den Gasspürern überprüft“, teilt das Unternehmen mit. Insgesamt betreut der Versorger mehr als 4600 Kilometer Gasleitung in Mecklenburg-Vorpommern und Teilen Brandenburgs.

Gasleitung zu Fuß ablaufen

Ein Gasspürer hat für seine Tätigkeit keine klassische Ausbildung absolviert. Entscheidend sind eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung. „Neue Gasspürer“ haben ein komplettes Jahr lang einen erfahrenen Kollegen an der Seite. Mit Gasspürgerät und Tablet ausgerüstet, läuft der Gasspürer seine Route zu Fuß ab. Auf dem Display sieht er die Lage der Gasleitungen, die quasi die Wege vorgeben. Von O bis O gilt nicht nur bei den Winterreifen, die Gasspürer sind von Ostern bis Oktober im Einsatz und laufen laut „HanseGas“ zwischen 600 und 800 Kilometer ab. Bei Frost, Schnee oder Regen macht das Aufspüren von Gas kein Sinn, da das Gerät dann gestört wird.

Weiterlesen: Gaslecks oft hausgemacht

Luft über dem Boden wird gemessen

Das Gerät saugt die Luft direkt über dem Boden auf und prüft sie. Die Technik erkennt bereits kleinste Mengen an Gas in der Luft. Schlägt das Gerät aus, wird der Ursprung des möglichen Lecks lokalisiert und geprüft, ob es sich wirklich um austretendes Erdgas handelt oder etwa um Faulgase aus dem Boden. Im Fall der Fälle wird die Schadensbehebung in Auftrag gegeben.

Prüfer dürfen fremde Grundstücke betreten

Geprüft wird übrigens bis ans Haus heran. Das heißt, dass die Gasspürer auch fremde Grundstücke betreten. Früher wurde darüber im Vorfeld informiert. Davon wird mittlerweile abgesehen, um Trittbrettfahrern mit kriminellen Absichten nicht Tür und Tor zu öffnen. Die Gasspürer können sich alle ausweisen.

Die Gasspürer haben übrigens auch ein waches Auge für Überbauungen. Ein Carport oder ein offener Unterstand über einer Leitung sind in Ordnung. Ein geschlossenes Bauwerk oberhalb einer Leitung ist hingegen nicht erlaubt. Und die häufigste Ursache für Lecks sind mechanische Fremdeinwirkungen, etwa wenn beim Einschlagen eines Zaunpfahls die Leitung getroffen wird.

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