Kambs : Altar mit vielen Heiligen

Jubiläumsfest in Kambs: Ulrich Bauer erläuterte Interessierten Einzelheiten über Kirche und Altar.  Fotos: Frank Liebetanz
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Jubiläumsfest in Kambs: Ulrich Bauer erläuterte Interessierten Einzelheiten über Kirche und Altar. Fotos: Frank Liebetanz

Das Dorf feiert seine erste Erwähnung vor 750 Jahren / Führung durch die Kirche.

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30. Juni 2019, 20:00 Uhr

Musik schallt durchs Dorf, Erwachsene schlendern mit ihren Kindern durchs Dorf oder sitzen mit Kaffee und Kuchen im Schatten. Zugleich gehen Männer in Kuh-Kostümen über eine Fläche: Das Kuh-Bingo hat nichts mit echten Hinterlassenschaften der Nutztiere zu tun. Stattdessen stieg die Gaudi mit menschlichem Einsatz.

Das Dorfzentrum war am Sonnabend für den Autoverkehr gesperrt: Kambs feierte seine erste urkundliche Erwähnung vor 750 Jahren.

An drei Tagen beging das Dorf dieses Jubiläum. Mit einem Konzert am 21. Juni in der Kirche, am vergangenen Freitag mit der Einweihung des Gedenksteins für Klein Kmabs und am Sonnabend mit einem großen Jubiläumsfest. Ulrich Bauer, von 1999 bis 2014 Bürgermeister der Gemeinde Vorbeck, zu der Kambs gehört, führte rund 30 Interessierte durch die Kambser Kirche. Er erinnerte daran, dass in der Kambser Gegend im 13. Jahrhundert die Bevölkerung aus Slawen und Deutschen bestand. Entlang der Warnow hätten die ursprünglich westlich der Elbe beheimateten Deutschen im Schutz von hölzernen Burgen Kirchen gebaut. Der Altarraum des Kambser Dorfkirche sei in dieser Zeit entstanden und immer wieder umgebaut worden. Holz-Untersuchungen zufolge stammt sie aus dem Jahr 1289. Einige Teile der ursprünglichen Kirche bestehen aus Feldsteinen.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Kambs sei eine Blumenrechnung eines Gärtners aus Rostock aus dem Jahr 1269. Im Jahr 1850 wurde das Kirchenschiff abgerissen, im neugotischen Stil neu gebaut und ein neuer Turm gebaut. „Der ursprünglich ebenfalls neugotische Turm aus den Jahren 1857/68 wurde um 1970 wegen Setzungsschäden teilweise abgetragen und durch den heutigen schlichten Aufsatz mit Pyramidendach ersetzt“, heißt es bei Wikipedia.

Grund der Arbeiten an den Kirchen in Mecklenburg Mitte des 19. Jahrhunderts sei ein herzoglicher Erlass gewesen, die Kirchen in seinem Herrschaftsgebiet auf Vordermann zu bringen.

Der zeitliche Unterschied beim Bau ist am Gewölbe über dem Altarraum und der schlichten Holzdecke über dem Schiff zu erkennen.

Die spätgotische Kanzel gilt als ältestes Beispiel einer Dorfkirchen-Kanzel und wird im Magazin des Staatlichen Museums Schwerin/Ludwigslust/Güstrow aufbewahrt. Das wertvollste Stück ist ein spätgotischer Schnitzaltar aus der Zeit um 1500. „Er wurde im Gebiet der heutigen Ukraine hergestellt und stammt aus der katholischen Zeit“ sagte Ulrich Bauer. Im Mittelpunkt des Schreins ist eine apokalyptische Madonna mit einer Mondsichel dargestellt, die von Aposteln und Heiligen in zwei Reihen im Schrein und in den Flügeln flankiert wird.

Auf der Flügel-Rückseite sind Christus in Gethsemane und die Gefangennahme sowie Christus vor Pilatus und Dornenkrönung als Gemälde dargestellt. Ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert hängt an einer Seitenwand. Es könnte einen Pastor darstellen.

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