Viele Barrieren im Rathaus : Behinderte frühzeitig einbinden

Bürgermeister Christian Grüschow (links) mit Torsten Schumann, dem Vorsitzenden des Behindertenbeirats des Landkreises Rostock.  Fotos: Frank Liebetanz
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Bürgermeister Christian Grüschow (links) mit Torsten Schumann, dem Vorsitzenden des Behindertenbeirats des Landkreises Rostock.

Beirat des Landkreises tagte in Bützow

nnn.de von
09. Februar 2018, 05:00 Uhr

Der Behindertenbeirat des Landkreises Rostock hat gestern auf seiner „Amtsrunde“ in Bützow seine Mitgliederversammlung abgehalten. Im Ratssaal diskutierten die Ehrenamtlichen mit Bürgermeister Christian Grüschow über Behindertenrechte.

Grüschow referierte über zahlreiche Baumaßnahmen in der Stadt Bützow. Er gab zu, dass der Eingang zum Rathaus „nicht ganz so behindertengerecht“ sei. Erschwert ist der Zugang für Menschen mit Handicap zurzeit auch wegen der Pflasterarbeiten zwischen Kirche und Rathaus. Bis Mitte dieses Jahres soll sich die Tür am Hintereingang halbautomatisch öffnen. Die Stadt, so Grüschow, arbeite eng mit dem Seniorenbeirat zusammen. Einen Behindertenbeirat oder -Beauftragten gebe es nicht, und er halte „nicht viel von einem weiteren Verantwortlichen“.

Das neue Bürger- und Tourismusbüro sei barrierefrei zu erreichen, ein Raum habe eine einen Meter breite Tür, damit Rollstuhlfahrer nicht ausgesperrt bleiben. Dass der Beirat sehr viel mehr unter Barrierefreiheit versteht als eine breitere Tür, machte der Vorsitzende Torsten Schumann am Beispiel des Rathauses deutlich: „Der Zustand jetzt ist unhaltbar.“ Es gebe hinten keine Klingel, Rollstuhlfahrer bekämen die Tür kaum oder nicht auf, Schilder fehlten vor und im Fahrstuhl sowie ein Spiegel gegenüber. Bestimmte Sehbehinderte könnten die Milchglas-Front des Bürger- und Tourismusbüros nicht erkennen, sie entspreche auch nicht der DIN 18040. Besser sei eine kontrastreiche Markierung. „Hier in diesem Haus ist noch sehr viel nötig“, sagte Schumann. Grüschow verwies auf den Denkmalschutz – Schumann konterte, Sicherheit gehe vor. Der Beirat setze sich für Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit ein. Aber: „Die ersten Barrieren sind in den Köpfen“, so Schumann.

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