Bützow : Brücke wird Wallfahrtsort

 Collage: Ralf badenschier
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Collage: Ralf badenschier

Was bringt uns das neue Jahr? Eine monatlich Kaffeesatzleserei, nicht an jeder Stelle ganz ernst gemeint

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01. Januar 2018, 20:45 Uhr

Wer seinen Kaffee türkisch trinkt, beweist Weitblick. Den erhält er aus dem Kaffeesatz, der nach dem Genuss des „braunen Wassers“ in der Tasse verbleibt. Die Bützower Redaktion der Schweriner Volkszeitung hat es gewagt und wieder aus dem Kaffeesatz einige markante Ereignisse für 2018 herausgelesen. Gar nicht so leicht, im Zeitalter des Postfaktischen die Wahrheiten unter den Fakenews herauszufiltern.

Januar:

Eine Regierungskommission aus Berlin reist nach Schwaan, denn an der Spree stocken nach wie vor die Gespräche zu einer Regierungsbildung. Nun wollen die Vertreter aus der Bundeshauptstadt im roten Rathaus an der Warnow schauen, wie man Kompromisse auf niedrigsten Niveau schließ. In Schwaan rumort es schon seit Jahren zwischen Vertretern verschiedener Gruppen.

Februar: Das „Rostocker Kreisblatt“ erscheint wieder. Doch Achtung, nicht gleich wegwerfen! Es handelt nämlich gar nicht von Rostock. Da geht’s auch nicht um Rostock, sind nicht Rostocker betroffen oder gemeint und es wurde auch nicht von Rostockern geschrieben oder beauftragt. Nein, es soll Informationen aus dem Landkreis enthalten (warum auch immer der „Rostock“ heißt). Und übrigens: Bezahlt wird es auch von keinem Rostocker. Sondern?

März:

Bützow hat eine neue Touristenattraktion: Die erste völlig aus Carbon gefertigt Brücke in Deutschland. Es ist zwar nur eine über den kleineren Wall und nicht über die Warnow, dennoch wird die Brücke zum Wallfahrtsort. Und in Bützow geht die Befürchtung um, dass die neuen Pläne für den Neubau der Elefantenbrücke noch einmal über den Haufen geschmissen und wieder die alten Pläne von der Carbonbrücke neu aufgelegt werden.

April: Die Jubelmeldungen vom Flughafen Rostock-Laage nehmen kein Ende. Weil man jetzt gar nicht mehr weiß, wohin mit den vielen Passagieren, werden sie auf den Mond geschickt. Eröffnung der Linie am 1. April, natürlich.

Mai:

In der Straße Am Forsthof in Bützow wird wieder gebaut. Nachdem noch im Dezember bei ein paar Grad über Null die Deckschicht auf die Straße aufgebracht wurde, wird nun noch einmal die Straße aufgerissen, um den Untergrund genau zu untersuchen. Der Kreis möchte sicher gehen, dass er sich kein eigenes „A20“-Debakel, also ein „K6“-Debakel auf den Tisch zieht. Da der Kreis aber auch seine Straße zwischen Hof Rühn und Steinhagen verbreitert, erfolgt die Umleitung nach Rühn nun über Laase und Wendorf. Jetzt wird auch dem Letzten klar, warum der Kreis noch im November die Straße zwischen Laase und Wendorf verbreitern ließ und dafür die Sommerstreifen befestigte. Und nur diese.

Juni:

Ein letzter WM-Test vor der Titelverteidigung in Russland, den die Jungs von Joachim Löw beim TSV Bützow bestreiten wollten, muss abgesagt werden. Teammanager Oliver Bierhoff hatte den Haushalt von Bützow falsch interpretiert. Der Kunstrasenplatz am Wall kommt erst 2019.

Juli:

Nun laufen die Abrissarbeiten an der Aalfangbrücke. Es herrscht Verkehrschaos. Für Entlastung sorgt ein Shuttleverkehr auf der Warnow von der Innenstadt zum Bahnhof.

August:

Jetzt wird es Zeit. Die Stadtvertreter diskutieren noch immer, wo am Monatsende das Stadtfest stattfinden soll.

September:

Zwei Jahre, nachdem Infrastrukturminister Christian Pegel den Fördermittelbescheid übergeben hat, kommt er wieder ins Amt Bützow-Land, um nun den Bestätigungsvermerk für die erfolgreiche Ausschreibung der Bauarbeiten für das schnelle Internet zu übergeben. Wann aber der genau Baubeginn ist, das steht noch nicht fest.

Oktober:

Sensation am Bützower Hafen. Ein Pkw-Fahrer fährt mit 100 Sachen auf der Warnow. Der Grund: Er hatte die neue Ladestation für E-Autos mit der für den „Warnowlöper“ verwechselt. James Bond, ein Experte für Auto-Sondermodelle, soll sich auf dem Weg gemacht haben, um das neue Phänomen zu ergründen.

November:

Bützow wird zur Filmkulisse. „Wo die Alten sungen, da zwitschern auch die Jungen“, ist der Arbeitstitel einer Doku über den demografischen Wandel.

Dezember:

„Wir machen das ganz Jahr über Schwarzarbeit“ sagt Schornsteinfeger Helge Drochner. Deshalb bittet wir ihn für das Jahr 2019 im Kaffeesatz zu lesen.
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