Bützow : Das Ende des Papierkriegs

Laptop, Drucker und Know-how: Mehr benötigt Walter Wilk nicht, um Menschen beim Ausfüllen von Anträgen zu unterstützen.
Laptop, Drucker und Know-how: Mehr benötigt Walter Wilk nicht, um Menschen beim Ausfüllen von Anträgen zu unterstützen.

Versichertenberater Walter Wilk hat die nötige Technik stets dabei.

nnn.de von
22. Juli 2019, 20:00 Uhr

„Ich helfe nicht nur, ich mache das“, sagt Walter Wilk. Er ist ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung, bietet regelmäßig Sprechstunden in Bützow und Schwaan an und ist bei Bedarf im ganzen Landkreis unterwegs. Dabei hat der 66-Jährige einen Laptop und einen mobilen Drucker. Mehr benötigt er nicht. Die Digitalisierung ist auch bei der Deutschen Rentenversicherung angekommen.

Früher habe er Papierberge gewälzt. Das ist heute nicht mehr nötig, alles kann auf dem Laptop erledigt werden. Unterlagen in Papierform müssen lediglich die Hilfesuchenden mitbringen, damit Walter Wilk die Daten erfassen kann. Sofern alles vollständig ist, wird der Antrag direkt an die Deutsche Rentenversicherung sowie an die Krankenkasse übermittelt und der Ratsuchende erhält die Bestätigung.

Altersrente, Hinterbliebenenrente, Erwerbsminderungsrente und Co. – all das zu beantragen, treibe vielen Menschen Sorgenfalten ins Gesicht. „Die Leute sind damit zum Teil wirklich überfordert“, weiß der Experte aus seinem Alltag. „Besonders, wenn ältere Menschen nicht mehr so mobil sind, dann sind die Sorgen und Nöte groß.“ Denn zum undurchsichtigen Antrags-Wirrwarr kommt dann auch noch hinzu, dass diejenigen nach Güstrow oder Rostock müssen, um Hilfe zu erlangen.

So war es eine ganze Weile lang nach der Sozialwahl 2017. Seinerzeit wurde der Versichertenberater, der für den Landkreis zuständig war, nicht wiedergewählt. In Folge dessen wurden lange auch keine Sprechstunden in Bützow angeboten. „Es gab Handlungsbedarf“, erklärt Walter Wilk. Aus dem Bützower Rathaus erreichte ihn dann die Bitte, regelmäßig Sprechstunden anzubieten. Seit Februar ist Walter Wilk monatlich im Rathaus, seit geraumer Zeit auch regelmäßig in der Schwaaner Begegnungsstätte. Seine erste Sprechstunde in Bützow war auf zwei Stunden ausgelegt. „Es kamen gleich 16 Leute“, erinnert sich der Kritzmower. Seither dauert seine Sprechzeit drei Stunden.

Sein Engagement endet aber nicht nach der Sprechstunde. Denn Walter Wilk hat sein Handy stets am Mann. Jeder kann ihn anrufen und einen Termin vereinbaren. Dann kommt der 66-Jährige zum Hilfesuchenden nach Hause. Das habe den Vorteil, dass alle Unterlagen in der Nähe und kein zweiter Anlauf nötig sei.

Walter Wilk wurde als Versichertenberater für den gesamten Landkreis gewählt. Und das merkt er nun auch an den Fahrtwegen. „Ich habe gar nicht gewusst, dass der Landkreis so groß ist...“ Und trotzdem fahre er überall hin, wenn er gebraucht wird. Er erfüllt dieses Ehrenamt mit Herzblut. Aber ein Fulltime-Job soll es nicht werden, er teilt sich die Arbeit auf. „Es soll ein Ehrenamt bleiben“, erklärt der Kritzmower.

Um nicht unnötig Zeit zu vergeuden, wird alles nur noch digital erledigt. „Seitenlange Papiervordrucke haben ausgedient“, sagt Walter Wilk. Die Anträge am Laptop aufzuarbeiten heißt jedoch nicht, dass dadurch die Rechtsgültigkeit verloren geht. Gerade bei Älteren müsse da noch die Skepsis vor der Technik genommen werden.

Der nächste Sprechtag von Walter Wilk im Bützower Rathaus findet übrigens am heutigen Dienstag zwischen 10 und 13 Uhr statt. Individuelle Termine beim Ratsuchenden zuhause können mit dem Experten unter Telefon 0151/17 22 22 46 vereinbart werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen