Bützow : Das Lebenswerk geht weiter

Zum neuen Jahr übernimmt Friedrich Fischer das Bützower Elektronikfachgeschäft von den drei Partnern Hans-Otto Riemer, Peter Giesler und Helmut Gründig (v. l.), die „EP: Riemer“ 1990 eröffneten.
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Zum neuen Jahr übernimmt Friedrich Fischer das Bützower Elektronikfachgeschäft von den drei Partnern Hans-Otto Riemer, Peter Giesler und Helmut Gründig (v. l.), die „EP: Riemer“ 1990 eröffneten.

Eigentümerwechsel: Das Bützower Elektronikfachgeschäft EP: Riemer wird ab 1. Januar zu EP: Bützow

nnn.de von
29. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Immer wieder machen Geschäftsschließungen in der Bützower Innenstadt Schlagzeilen. Mittlerweile sprach sich auch schon herum, dass sich Peter Giesler, Hans-Otto Riemer und Helmut Gründig als Geschäftsführer des Elektrofachgeschäfts EP: Riemer zurückziehen werden. Einige Kunden hätten bereits gefragt, ob der Laden schließt. Mit Blick auf die Entwicklung in der Innenstadt gibt es jedoch Entwarnung: Zwar hören die drei Partner auf, aber das Geschäft bleibt. Ab 1. Januar 2018 heißt das Elektronikgeschäft nicht mehr EP: Riemer sondern EP: Bützow. Heute wird noch eine Inventur durchgeführt, morgen wird umgebaut. Ab 2. Januar hat das Geschäft wieder geöffnet.

„Aufgrund der Altersstruktur haben wir jemanden gesucht, der das Geschäft übernimmt“, sagt Hans-Otto Riemer. Seit 2016 waren die drei auf der Suche, mit Dietrich Fischer aus Neukloster haben sie nun einen geeigneten Nachfolger gefunden. Fischer führt bereits zwei weitere Elektronikfachgeschäfte in Neukloster und Bad Doberan. „Besonders wichtig war uns, dass die Techniker übernommen werden“, betont Hans-Otto Riemer.

Einfach schließen kam für die drei Partner nicht in Frage. Der Laden sollte weiter geöffnet bleiben. Das Geschäft sei ein „Lebenswerk“. 1990 wurde es aus einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks, kurz PGH, übernommen. Seither haben die drei „über die Jahre hinweg versucht, das Geschäft ordentlich zu führen und die Kunden ordentlich zu bedienen“, wie sie im Gespräch sagen.

In fast 30 Jahren hat sich dabei jedoch so einiges verändert. Sowohl das Kaufverhalten als auch die Technik, genau wie das Geschäft als solches. Zur Eröffnung maß der Laden 70 Quadratmeter. Heute beträgt die Ladengröße allein 180 Quadratmeter, da ist die große Werkstatt noch gar nicht mitgemessen. Mit den Jahren wandelte sich auch das Sortiment. „Die Technik schreitet rasant voran“, weiß Peter Giesler, der als Verkäufer für viele Bützower auch das Gesicht des Ladens war. „Ohne Lehrgänge ist da nichts zu machen“, pflichtet Hans-Otto Riemer bei. Man müsse stets am Ball bleiben, um sich fast 30 Jahre am Markt zu halten.

Trotz aller Herausforderungen sei eine Schließung nie in Frage gekommen. Doch nun ist die Zeit gekommen, wo es nicht weitergeht. Hans-Otto Riemer ist 72 Jahre alt, Helmut Gründig 63. Beide wollen in den Ruhestand. Peter Giesler, der Tarnower ist mit 55 der jüngste im Bunde, will sich einer neuen Aufgabe widmen. Welcher konkret, das möchte er noch nicht verraten.

Schließlich haben sich die drei an Friedrich Fischer gewandt, die sie über den Elektronicpartner-Verbund bereits kannten. Die Hoffnung ist, dass der Neuklosterer das Geschäft so weiterführt, wie es bisher der Fall war – und vielleicht noch ein bisschen besser“, fügt Hans-Otto Riemer an. Der Vorteil sei gewesen, zu wissen, mit wem sie es zu tun haben. Das erleichterte die Entscheidung ungemein. Denn: „Was er anpackt, führt er auch zuende“, sagt der 72-jährige (Fast-)Ruheständler. „Wir hatten von Anfang an ein gutes Gefühl.“

Eine weitere gute Nachricht für die drei, denen es schließlich um die Fortsetzung ihres Lebenswerkes geht: Dietrich Fischer hat einen Sohn, der ebenfalls in seinen Geschäften mitarbeitet. Ein Nachfolger wäre also da.

Bestenfalls bemerken die Kunden gar nicht, dass sich etwas ändert. Auch die Garantien für die verkauften Geräte hat der neue Eigentümer mit übernommen, sodass es aus Kundensicht keine Probleme gibt.

Stellvertretend für die drei abdankenden Eigentümer erklärt Hans-Otto Riemer: „Wir danken allen Kunden für ihre Treue und hoffen, dass sie dem Geschäft weiter treu bleiben.“

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