Bützow : Das Risiko der Dunkelheit

Der Horror eines jeden Mieters oder Hausbesitzers: Einbrecher
Der Horror eines jeden Mieters oder Hausbesitzers: Einbrecher

Polizeihauptkommissar Lutz Schlösser erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln, um den Schutz vor Einbrechern zu erhöhen

nnn.de von
11. November 2017, 09:00 Uhr

Die Tage werden kürzer, es ist länger finster. Die dunkle Jahreszeit ruft immer wieder auch Einbrecher auf den Plan, die die Dunkelheit nutzen. Um es vorwegzunehmen, die Einbruchzahlen in Bützow und Schwaan rufen alles andere als eine Panik aus. Dennoch können die Menschen mit zum Teil wenig Aufwand viel gegen mögliche Einbrecher tun.

Wie Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, auf Nachfrage mitteilt, ereigneten sich im Amtsbereich Schwaan 2016 vier Tageswohnungseinbrüche. In 2017 ereigneten sich hier bislang zwei Wohnungseinbrüche. „Der Amtsbereich Bützow-Land war 2016 gar nicht betroffen. In 2017 wurde bislang ein Ermittlungsverfahren eröffnet“, so Gert Frahm. Generell seien die Einbruchzahlen 2016 bundesweit und in MV zurückgegangen, erklärt Polizeihauptkommissar Lutz Schlösser von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle mit Sitz in Rostock, die für die Hansestadt und den Landkreis zuständig ist. Aber: „Die dunkle Jahreszeit bedeutet immer auch einen Anstieg“, so Schlösser. „Jetzt beginnt die Zeit, in der man verstärkt Acht geben muss.“

Grundsätzlich könne in Verhalten und Mechanik unterteilt werden, erklärt Lutz Schlösser. „Einer der Gründe des hohen Niveaus der Einbruchszahlen in Deutschland und auch in M-V ist, dass wir es den Einbrechern zu leicht machen.“ Der Hauptgrund dafür seien Fenster und Türen, die nicht auf dem neuesten Stand sind und keinen ausreichenden Schutz bieten.


Verhaltensregeln
für jedermann

Aber auch in den Verhaltensweisen, die jeder einzelne tagtäglich beachten kann, herrscht Luft nach oben. Manchmal sind es bereits Kleinigkeiten, an die man gar nicht denkt, die aber Einbrechern in die Karten spielen können. Zum Beispiel teilen viele Menschen in sozialen Netzwerken mit, wenn sie verreisen. Oder sie sprechen auf den Anrufbeantworter, dass Sie im Urlaub sind. „Geben Sie keine Hinweise auf ihre Abwesenheit“, mahnt Lutz Schlösser. Wer für längere Zeit weg ist, sollte durch Verwandte, Bekannte oder Nachbarn den Schein wahren lassen, dass die Wohnung beziehungsweise das Haus eben nicht leer steht. Der Polizeihauptkommissar nennt ganz einfache Beispiele: Den Briefkasten leeren, Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung und so weiter unregelmäßig betätigen. Zudem sei es ratsam, Wertgegenstände nicht in den eigenen vier Wänden zu deponieren. „Bewahren Sie besonders Wichtiges oder Wertvolles (zum Beispiel Dokumente, Sparbücher, Sammlungen, Gold oder Schmuck), das Sie nur selten brauchen, bei Ihrem Geldinstitut im Schließfach auf“, erklärt Lutz Schlösser.

„Gekippte Fenster
sind offene Fenster“

Logisch und nachvollziehbar, aber aus Leichtsinnigkeit trotzdem oft vergessen ist auch der nächste Hinweis von Lutz Schlösser: „Wenn Sie das Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – unbedingt die Haus- beziehungsweise Wohnungstür abschließen. Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster. Und auch daran denken, dass das gleiche für obere Bereiche gilt, die durch Aufsteigehilfen (zum Beispiel Geragen- oder Carportdächer oder andere Anbauten sowie Leitern Gartenmöbel, Kisten usw.) zu erreichen sind.“ Zudem sollten nie Schlüssel draußen versteckt werden. „Einbrecher finden fast jedes Versteck“, weiß der Experte. Und wenn mal ein Schlüssel verloren geht, sollte der Schließzylinder gewechselt werden.

Zudem gilt es, stets ein wachsames Auge zu haben. „Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück. Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei“, sagt Lutz Schlösser. All die Verhaltensregeln gelten für Eigentümer oder Mieter jeglicher Wohnart gleichermaßen.

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