Kunst offen : Den Kreativen über die Schulter geschaut

Fünfmal waren sie schon auf Grönland. Die faszinierenden Bilder stellte der Hobbyfotograf André Micheel (r.) nun in Groß Grenz aus. Mit ihm reisten auch seine Frau Heike und Freund Bernd Hilgendorff (l.).
Fünfmal waren sie schon auf Grönland. Die faszinierenden Bilder stellte der Hobbyfotograf André Micheel (r.) nun in Groß Grenz aus. Mit ihm reisten auch seine Frau Heike und Freund Bernd Hilgendorff (l.).

Zu Kunst offen luden zahlreiche Künstler und Kunsthandwerker zu sich ein

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02. Juni 2020, 05:00 Uhr

„Zu Pfingsten unsere Kirche wieder mit Kunst zu öffnen, das machen wir jetzt zum dritten Mal in Folge. Doch dieses Jahr mussten wir bis kurz zuvor bangen, ob es überhaupt stattfinden kann. Umso mehr freuen wir uns, dass es geklappt hat.“ Seit drei Jahren organisiert der Förderverein zur Erhaltung der Kirche Groß Grenz zu Pfingsten ein Kunstevent an und in der Kirche. „Dafür holen wir uns immer drei Künstler ran, die ihre Arbeiten hier ausstellen“, erklärte Julia Janning, die Vereinsvorsitzende. „Letztes Jahr hatten wir sogar noch ein Konzert zum Abschluss. Das musste dieses Jahr aber leider ausfallen.“

Dafür gelang es dem Verein jedoch, wieder drei tolle Highlights nach Groß Grenz zu holen: den Hobbyfotografen André Micheel aus Rostock, die Keramikerin Carola Schmidt aus Köln und die Schmuckdesignerin Katharina Fiebenitz aus Bröbberow. Letztere präsentierte ihre kreativen Stücke aus ihrer Schmuckwerkstatt vor der Kirche. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und mein großes Ziel ist es, all meine Kunden, die mich in der Schmuckwerkstatt und meine Workshops besuchen, und ganz nebenbei auch mich zu entschleunigen. Denn Kreativität befreit den Kopf vom Denken und ist eine abwechslungsreiche Auszeit vom Alltag.“

Diese Auszeit verschafft sich ab und an auch der Fotograf André Micheel mit mittlerweile fünf Reisen zwischen 2007 und 2018 nach Grönland. Ihn und seine Begleiter, unter anderem Heike Micheel und Bernd Hilgendorff, faszinieren die Menschen, Tiere, die Natur auf Grönland und so reisten sie mit einem Faltboot im Gepäck auf Entdeckungstour. Die Fotoergebnisse dieser Reisen, ob Eisfelsen, ein auftauchender Buckelwal, das Polarlicht, auf dem Eismeer mit dem Kanu und Co. zeigte er zu Pfingsten in der Groß Grenzer Kirche und erzählte den Fotointeressierten kleine Abenteuergeschichten dazu.

An der Altarseite der Kirche hatte die Keramikerin Carola Schmidt einige ihrer Exponate aufgebaut. Die heute in Köln lebende Künstlerin hat in Groß Grenz noch familiäre Wurzeln und stellte so gern in dieser Kirche ihre Vasen, Schalen, Kerzenständer, Molli-Figuren und Co. aus.

Ebenfalls Keramiker, alteingesessen und auf Gebrauchskeramik spezialisiert, ist der Bernitter Töpfer Rainer Finck. Auch er öffnete über Pfingsten seine Werkstatt und so einige Stamm-, aber auch Neukunden „verirrten“ sich auf ihrem Pfingstspaziergang zu ihm. So auch die Teterower Familie Paries mit Freunden. Eine gute halbe Stunde wurde in der Finck’schen Werkstatt gestöbert, Vasen, Teller, Teebecher und -kannen in die Hand genommen, über das Passen der Farben zur heimischen Küche diskutiert, bis endlich Entscheidungen zum Kauf fielen.

Rainer Finck genoss das sichtlich und half gern bei Entscheidungen. „Bis zum heutigen Tag war es sehr ruhig hier. Aber das hat mich nicht weiter gestört. Ich fahre einmal in der Woche zum Einkaufen und auch regelmäßig nach Rostock zur Schwiegermutter, so dass meine Frau und ich aus den vier Wänden auch mal rauskamen“, erzählte er. „Und ich hatte eben auch viel Zeit, mein Geschirr zu töpfern. Das wird ja nicht schlecht. Im Gegensatz zu Musikern zum Beispiel, die ihre Konzerte im nächstens Jahr nicht doppelt verkaufen beziehungsweise nachholen können, kann ich meine Sachen noch über Jahre verkaufen. Für mich war in dieser Zeit eigentlich nur die Ausgabedisziplin wichtig und so komme ich jetzt über die Runden. Dieses bestens besuchte Pfingstwochenende hat mir allerdings sehr gutgetan. Die nächste größere Veranstaltung, die ich mache, ist am 21. November ein Tag der offenen Werkstatt. Und das wird dann das 25. Mal sein“, kündigte Rainer Finck bereits an.

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