Bröbberow : Die Gemeinde sagt Nein

Die Freie Schule Bröbberow möchte den Dachboden ausbauen. Doch die Gemeinde versagt ihre Zustimmung, da noch zu viele Baustellen offen seien.
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Die Freie Schule Bröbberow möchte den Dachboden ausbauen. Doch die Gemeinde versagt ihre Zustimmung, da noch zu viele Baustellen offen seien.

Bröbberow versagt Freier Schule Umbau des Dachbodens wegen zu vieler offener sonstiger Vorhaben der Einrichtung

nnn.de von
06. Februar 2018, 21:00 Uhr

Im August 2011 nahm die Freie Schule „Aktiv in MV“ Bröbberow ihren Betrieb im alten Gutshaus auf, startete seinerzeit mit zwölf Erst- und Zweitklässlern. Das Konzept beinhaltet die Natur- und Umweltpädagogik sowie generationsübergreifendes Lernen. Die Schülerzahlen stiegen, inzwischen können Kinder in Bröbberow bis zur sechsten Klasse die Freie Schule besuchen. Im Sommer 2017 feierte die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen, inzwischen wurden zahlreiche Preise bei den verschiedensten Projekten abgeräumt. Doch nicht alles war und ist Sonnenschein in Bröbberow. So wurde bereits im Juli 2016 vom Bauausschuss der Gemeinde eine Einwohnerversammlung einberufen, in der Anwohner ihre Sorgen loswerden konnten. Dabei waren die Verkehrs- und die Lärmsituation Thema Nummer eins (SVZ berichtete). Auch in der Gemeindevertretersitzung vor kurzem war die Freie Schule Thema. Die Einrichtung hat nämlich geplant, den Dachboden des Schulgebäudes auszubauen. Die Gemeinde hat dies nun einstimmig versagt.

Geplant ist von der Schule, den Dachboden so umzubauen, dass dieser als Aufenthaltsraum für Lehrer genutzt werden kann. Auch ein Büro für Schulleiterin Katarina Drewes soll darin entstehen, ebenso wie ein Abstellraum. Und genau dafür hat die Gemeinde ihr Einverständnis nicht erteilt. In der Beschlussvorlage heißt es dazu in der Begründung: „Aufgrund noch nicht geklärter Themen wie der Schul/Pausenhof, der Parkplatzsituation und die Nutzung des Spielplatzes wird das gemeindliche Einvernehmen versagt.“ Die Gemeinde verwehre sich nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben, erklärte Bürgermeister Steffen Marklein auf Nachfrage, es solle aber erst einmal all das umgesetzt werden, was bereits geplant war. Denn noch nutzt die Schule den gemeindlichen Spielplatz als Pausenhof, Freiflächen vor der Schule werden als Parkplätze genutzt, einen Schulhof gibt es nicht. Der Bürgermeister sprach von „ziemlich vielen offenen Punkten“. Über einige der genannten Probleme hätten sich auch Anwohner beschwert.

Letztlich hat das Nein der Gemeinde aber nicht viel Gewicht. Zuständig ist der Landkreis. Martin Drewes, Geschäftsführer des Schulträgers „Aktiv in MV“, geht deswegen davon aus, dass das Umbauvorhaben trotzdem passieren kann. „Wir sind guter Dinge, dass das Anliegen positiv beschieden wird, unabhängig von dem Gemeinde-Beschluss“, sagte er. Die Gemeinde kann nun noch eine Stellungnahme an den Kreis abgeben. Das letzte Wort hat dieser dann.

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