Bützow : Etwas Wehmut beim Abschied

Spielten eine Pop-Suite: Magnus Vergin (Klavier) und Paul Schulz (/Cello) bei ihrem Auftritt.
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Spielten eine Pop-Suite: Magnus Vergin (Klavier) und Paul Schulz (/Cello) bei ihrem Auftritt.

Musikschüler treten letztmalig beim Sommerkonzert auf und verlassen nun Bützow.

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06. Juni 2019, 05:00 Uhr

Das blaue Kleid hat Johanna Franzke für den Auftritt in der Reformatorischen Kirche in Bützow bereits angezogen. Noch ist es eine halbe Stunde, bis das Sommerkonzert der Kreismusikschule, Arbeitsstätte Bützow, beginnt. Johanna ist angespannt. Ute Kubeler setzt am Flügel noch einmal zum kurzen Vorspiel an. Johanna singt nur den Abschluss von Oscars Arie aus „Der Maskenball“ von Giuseppe Verdi. Alles passt.

„Bei Auftritten bin ich ziemlich aufgeregt“, sagt die 18-Jährige. Johanna spielt Klavier, seit sie fünf Jahre alt ist. „Meine große Schwester und meine Mutter spielen auch Klavier. Und ich fand es einfach schön“, erinnert sich die Bützowerin, warum sie dieses Instrument wählte.

Außerdem nahm sie Gesangsunterricht. „Das Singen liegt mir, glaube ich“. Vielleicht könne sie in Heidelberg weiter singen – wenn es die Zeit erlaubt. Dort würde die junge Frau mit dem Sopran gern Germanistik und Anglistik studieren. Noch steht sie als Zwölftklässlerin kurz vor dem Abitur. Der letzte Auftritt an der Musikschule beim Sommerkonzert am Dienstagabend gehört ebenso wie die Reifeprüfung zum Erwachsenwerden.

„Ein bisschen Wehmut ist schon dabei“, sagt Musikschulleiterin Ulrike Lutsch in ihrer Ansprache zur Begrüßung des Publikums. Sie weiß es aus eigener Erfahrung: Ihr Sohn Vincent gehört auch zu denen, die viele Jahre Unterricht in der Musikschule erhalten haben. Der 18-Jährige hat bereits ein halbes Jahr vor dem ersten Schultag an den Tasten gesessen. Nun will er nach dem Abitur Ingenieur werden. „Aber als Hobby bleibt einem das Musizieren ein ganzes Leben lang“, meint er.

Das sieht auch Wiebke Wilhelmsen so. Sie hat sich sogar vorgenommen, auf jeden Fall am Klavierspiel dranzubleiben. Ihr Plan. Sie will für ein Jahr als Au-pair-Mädchen in New York arbeiten, danach Deutsch und Geografie auf Lehramt studieren – vielleicht aber auch Musik.

Vor drei Jahren hat Wiebke zusätzlich mit dem Cello angefangen. „Ich finde beide Instrumente einfach toll“, sagt sie. „Die Musik ist mir wichtig, weil ich damit meiner Gefühlswelt Ausdruck verleihen kann“, erklärt die 18-Jährige – mal vor Wut auf die Tasten hauen, mal etwas Sanftes spielen, weil sie gut gelaunt ist.

Wiebke findet, dass der Musikschul-Unterricht die Schüler schon in ihren Persönlichkeiten prägt. Immer wieder würden die Stücke geübt, die Lehrer lobten die Fortschritte und kritisierten sehr sanft. Wiebke denkt, dass sie in Zukunft gern zu den Konzerten in Bützow kommt. Schließlich sind auch ihre beiden Brüder in der Musikschule.

Wie sagte es Ulrike Lutsch in ihrer Begrüßung: Sie freue sich besonders, dass auch ehemalige Schüler das Sommerkonzert in Bützow besuchen. Zeigt es doch, dass die Musikschule ein Ort war, den die jungen Menschen gern aufgesucht haben. Und vermutlich kommen bei ihnen prägende Erinnerungen hoch, wenn sie den jetzigen Schüler bei ihren Vorträgen zusehen und zuhören.

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