Gross Labenz : Jede Menge Schneeglöckchen

Wandergruppe bei Groß Labenz: Die Teilnehmer sahen außer Schneeglöckchen auch zwei Seeadler.
Wandergruppe bei Groß Labenz: Die Teilnehmer sahen außer Schneeglöckchen auch zwei Seeadler.

Wanderer der Dorf-zu-Dorf-Gemeinschaft erfahren viel über Natur und Geschichte.

nnn.de von
12. März 2019, 05:00 Uhr

Zwei Seeadler ziehen ihre Kreise über der Adlerwand am Labenzer See. Als die Gruppe Menschen am Ufer auftaucht, schweben sie fort. Die Menschen schauen ihnen noch lange nach. „Sie nutzen hier an der Adlerwand die Thermik, um über dem See ohne Flügelschlag segeln zu können. Dabei halten sie nach Fisch Ausschau oder Wasservögeln. Auch so manchen Karpfen holen sie hier raus.“
Peter Gossel aus Warin weiß so manches beizutragen: Aktuelles, Geschichtliches oder wie gerade Ornithologisches. Schneeglöckchen-Wanderung der Dorf-zu-Dorf-Gemeinschaft Eickelberg. Bereits im vergangenen Jahr fanden zwei Wanderungen entlang der Adlerwand am Labenzer See bis zum Bronzenen Hirsch statt. Wie beliebt sie sind, sah man in diesem Jahr. Ausgangspunkt für die Dorf-zu-Dorf-Wanderungen ist immer die Eickelberger Kirche.

Hier treffen sich 22 Wanderfreunde, die in Fahrgemeinschaften durch den Landweg nach Groß Labenz, dem Startpunkt der Wanderung, fuhren. Dort erlebten die Organisatoren eine kleine Überraschung: 16 Leute warten hier, um mitwandern zu können. Unter ihnen der Wariner Autor Christoph von Fircks, der ebenfalls mit seinem Wissen, vor allem als derzeitiger Wariner Chronist, zur Bereicherung dieser Wanderung beiträgt.

Als die nunmehr 38-köpfige Gruppe in die Adlerwand eintaucht, marschiert sie an einem riesigen Teppich groß herausragender, weiß bimmelnder Glöckchen entlang. „Es gibt 20 Arten der Gattung Schneeglöckchen (Galanthus). In unserer Natur ist nur der Einwanderer, das Kleine Schneeglöckchen zu Hause…“ Gudrun Schützler aus Qualitz, die sich um den Erhalt alter Landwege bemüht, hält auch in diesem Jahr einen kurzen Vortrag zu den Schneeglöckchen.

Als der große Blumenteppich abrupt aufhört, taucht die Gruppe in die „Tornadogasse“ aus dem Jahr 2015 ein. Hier geht es über Stock und Stein, Berg auf und Berg ab weiter. Immer mit Stopps, wenn es etwas zu erzählen gibt. Vom Bützower Tornado oder vom Wasserstand des Labenzer Sees zum Beispiel.
Am Mausoleum der Familie von Wedekind mit dem Bronzenen Hirsch können Gossel und von Fircks viel erzählen. Von der Familiengeschichte, von der Rettung des Mausoleums vor dem Abriss nach dem Zweiten Weltkrieg, von Grabplatten-Diebstählen zu eben dieser Zeit und auch vom Diebstahl des Bronzenen Hirschen, einer Skulptur des Bildhauers Louis Tuaillon, und ihrer „Wiedergeburt“ in der heutigen Zeit.

Auf dem Rückweg passiert die Gruppe einen Hohlweg, einen alten Landweg zwischen Groß Labenz und Friedrichswalde, „auf dem einst die Labenzer Gutskinder zum Zug nach Friedrichswalde kutschiert wurden, damit sie in Schwerin zur Schule gehen konnten. Und der Zug wartete sogar immer, bis sie alle da waren“, so Peter Gossel.

Die große Auswertung einer Wanderung findet immer an oder in der Kirche Eickelberg bei einem großen Picknick statt, zu dem fast alle etwas beitragen. „Es war sehr gut, wir hätten was verpasst. So viele Schneeglöckchen zu sehen, hätte ich nicht erwartet“, schwärmt Ingrid Scholz aus Bützow. „Wir wurden mal richtig gefordert, vom Weg, vom Wetter, vor allem vom Wind. Aber wir haben auch viel gehört und gelernt. Ich werde zukünftig immer dabei sein“, so Margot Krempien aus Laase. Wunderschön findet auch Elisabeth Femers aus Ihlow diese Wanderung. „Diese riesigen Schneeglöckchen-Matten. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Auch die Informationen. Ich fühle mich so richtig bereichert.“

 

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