Gemeinde Vorbeck : Kambs feiert großes Jubiläum

Kambs gestern und heute: Der Ort feiert am Wochenende sein 750-jähriges Bestehen.
Kambs gestern und heute: Der Ort feiert am Wochenende sein 750-jähriges Bestehen.

Der kleine Ort besteht seit 750 Jahren und enthüllt einen Gedenkstein in „Klein Kambs“.

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26. Juni 2019, 20:00 Uhr

Wer zurzeit durch den kleinen Ort Kambs fährt, dem fallen wahrscheinlich am Straßenrand zahlreiche Fotos an Ständern auf. Zahlreiche Kambser haben auf Bitten von Christine Schwarz und Marlen Böckler auf dem Dachboden oder in einer Schublade nach alten Bildern gesucht und jeweils mindestens eines ausgewählt, das den Unterschied zwischen dem Zustand früher heute und verdeutlicht. Grund für diese Mühen: Der Ort Kambs ist vor 750 Jahren in einem Rostocker Testament erstmals urkundlich erwähnt worden.

Der Kultur- und Heimatverein Kambs hat an der Schautafel an der Kirche wichtige Daten aufgeführt. Der Ortsname stammt aus dem Slawischen zur Zeit des 13. Jahrhunderts und bedeutet so viel wie Sumpfland oder -insel. Seit etwa 6000 vor Christus ist die Kambser Flur besiedelt gewesen, wie Funde beweisen. Die Slawen sollen vom sechsten bis zwölften Jahrhundert nach Christus in dieser Gegend gesiedelt und eine Wasserburg als Rückzugsort gehabt haben. Dann übernahmen die Dänen und die Sachsen das Ruder.

Mehr als zwei Drittel der 29 Höfe sind im 30-Jährigen Krieg untergegangen, die restlichen gingen ans Gut. Im Jahr 1816 zählte Kambs 151 Einwohner. In den Jahren 1862 und 1863 entstand die Backsteinkirche samt Turm.

Im Jahr 1915 wurde die Brücke über die Warnow gebaut, die nach Kassow führt. Nach 15 Jahren wurde sie durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Das Kambser Gotteshaus erhielt im Jahr 1925 eine Orgel.

Aktuell hat sich in Kambs Vieles verändert: Viele Kambser haben ihre Häuser und das Umfeld vor dem Jubiläum herausgeputzt. Mal sind große Feldsteine am Wegesrand originell bemalt, mal steht ein Tisch mit Stühlen als dekoratives Ensemble vor dem Haus, mal stehen Milchkannen davor, mal sitzen Strohpuppen auf einer Bank. Leo Marquardt etwa präsentiert das Kunstprojekt Kinderkochschule.

Morgen um 18 Uhr weihen die Kambser einen Gedenksteins in „Klein Kambs“ ein. Dort hatten sich vor einigen Jahrhunderten einige Menschen niedergelassen. Näheres wird Dr. Ulrich Bauer erläutern, der mit dem vor kurzem verstorbenen Uwe Kramp und weiteren Mitstreitern die Aktionen anlässlich des Jubiläums vorbereitet hat. Außerdem treten die Jagdhornbläser auf.

Am Sonnabend geht es mit zahlreichen Aktionen weiter. Auch hier nimmt Dr. Ulrich Bauer eine wichtige Rolle ein: Er wird Wissenswertes über das Kambser Gotteshaus vermitteln. Auffällig ist, wie die alten Bilder zeigen, dass der Kirchturm früher eine große Spitze hatte, die offensichtlich weithin zu sehen war.

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