Jürgenshagen : Mafia: Alles andere als tödlich

Total abgefahren: Der Rosarote Panther und die Mafia tanzt beim Jürgenshäger Carneval in der Sporthalle Klein Belitz.

Total abgefahren: Der Rosarote Panther und die Mafia tanzt beim Jürgenshäger Carneval in der Sporthalle Klein Belitz.

Beim Jürgenshäger Carneval in der Sporthalle Klein Belitz blieb kein Auge trocken und das Stimmungsbarometer stieg ganz nach oben

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27. Januar 2020, 05:00 Uhr

Es wurden wirklich viele Klischees bedient. Es fehlten weder der Rosarote Panther, noch Agent James Bond 0815 sowie die BondGirls. Selbstverständlich gab es auch einen Mafia-Boss und ganz viele kleine Mafiosis im Publikum. Wenn das alles aufeinandertrifft kann es sich nur um die Oscar-Preisverleihung handeln oder es ist Karneval in der Sporthalle in Klein Belitz. Dorthin hatte am Wochenende wieder der Jürgenshäger Carnevalsverein eingeladen. Und die, die gekommen waren, werden es nicht bereut haben. In diesem Jahr lautet das Motto: „Jürgitowns Mafiafeten – mit Rotlicht, Knarren und Moneten“.

Einmal mehr zeigte sich, dass es im Verein ganz viele kreative Köpfe gibt. Nur dadurch sei es auch möglich, alljährlich ein solches Programm auf die Beine zu stellen, erzählt Vereinspräsident Axel Gerr. Bereits im Frühjahr werde das Thema der Session festgeschrieben wird. Was die verschiedenen Gruppen innerhalb des Vereins dann daraus machen, das bleibt immer ein lang gehütetes Geheimnis. Erst am Mittwoch vor der großen Faschingspartie treffen sich alle zur großen Generalprobe, verrät der Präsident. „Lediglich musiktechnisch wird sich vorher abgesprochen, damit es nicht zweimal das gleiche Lied gibt.“

Zweimal die gleichen Lieder gab es dann aber doch. Aber nur weil das frenetisch feiernde Publikum immer wieder Zugaben einforderte. Es gab tolle Bühnenbilder und bunte Kostüme.

„Es ist einfach eine tolle familiäre Atmosphäre im Verein. Wir helfen uns untereinander, jeder macht mit“, schildert Gina Schewitz, in diesem Jahre Prinzessin Gina I. das Geheimnis des Erfolges. Und den konnten alle Akteure an diesem Abend in vollen Zügen genießen.

 

Die Tollitäten

„Wir sind die Tollitäten“, erklären Prinzessin Gina I. und Prinz Marco I. In dieser Kombination stehen die beiden zum ersten Mal auf der Karnevalsbühne. Marco I. alias Marco Schulz ist schon ein erfahrener Hase. „Vor zehn Jahren ist in mir der Jeck erwacht“, erzählt der Friseurmeister mit eigenem Geschäft in Bad Doberan.  Er sei  als Austausch-Prinz auf den Thron gekommen. Vor sechs Jahren wurde der Prinz beim Jürgenshäger Carneval krank, also sei er eingesprungen und ist dabei geblieben. Gina I. alias Gina Schewitz kam vor vier Jahren nach Jürgenshagen und wurde Vereinsmitglied. Als Prinzenpaar hätten sie vor allem auch den Kinderfasching am 1. Februar und den Seniorenfasching am 2. Februar im Blick. „Wir haben auch immer Kinder in unseren Nummern dabei.“

Es begann im Kirchenchor

Schwarzes Hemd, weiße Krawatte sowie weißer Hut und  eine Sonnenbrille – als Peter Marquard seinen Mafiosi-Song anstimmt steht das Publikum auf Tischen und Bänken. Der Auftritt des heute 65-Jährigen beim Karneval hat bereits Kultstatus. Der gebürtige Jürgenshäger gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und auch zu den ältesten. „Ich war viele Jahre auf Montage. Als ich 1986 zurückkam, wurde gerade der Verein gegründet“, erzählt der Hobbysänger. Zu jener Zeit sei er aber auch angesprochen worden, ob er im Kirchenchor mitsingen würde. Er machte mit und ist bis heute dabei. Und so kam es 1993 auch zum ersten Solo-Auftritt beim Karneval. Peter Marquardt sucht selbst die Musik aus und schreibt dann die Texte.  In diesem Jahr singt er nach der Melodie von Girls Girsl Girls.

 Die Freude am Spaß

Narrenkappe, rotes Jacket und einen Orden am Band um den Hals, so zeigt sich Axel Gerr. Seit 19 Jahren ist er der Carnevals-Präsident.  Rund 90 Mitglieder zwischen 6 und 66 Jahren zählt der Jürgenshäger Carnevalsverein. Er sei 1993 nach Jürgeshagen gekommen. Bereits ein Jahr später war er Mitglied im Verein. „Es macht immer wieder Spaß, wenn man sieht, was am Ende  herauskommt und das Echo des Publikums sieht. Das macht einfach Spaß. Man kann mal aus sich raus, man kann mal ausflippen“, so der Präsident. Dabei ist alles keine Selbstverständlichkeit. Im März, April werde im groben das Thema vorgegeben. Ab September geht es dann innerhalb der verschiedenen Gruppen des Vereins um die Umsetzung. „Das Motto ist: Keiner will sich blamieren“, erzählt Axel Gerr und lacht.

Zwölf im selben Takt

Was wäre Carneval ohne Tänzerinnen. In Jürgenshagen ist das nicht anders. Die jüngsten sind gerade einmal sechs Jahre alt. Und dann geht es hoch bis   ins Erwachsenenalter. Dort tanzt zum Beispiel Andrea Körlin mit, die parallel dazu  seit fast 13 Jahren gemeinsam mit Romy Kasbohm auch als Trainerin aktiv ist. Die beiden Frauen begannen einst, weil die eigenen Kinder selbst beim Karneval mitwirkten. Immer wieder seien neue Kinder hinzugekommen. Während die ganz kleinen von anderen Vereinsmitgliedern trainiert werden, haben  Andrea Körlin und Romy Kasbohm mit den zwölf Funken in diesem Jahr die  größte Gruppe in ihrer Trainerkarriere. Seit September wurde einmal wöchentlich trainiert, damit jetzt zum großen Höhepunkt alles klappt.

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