Zepelin : „Ohne Schwein will ich nicht sein“

An Wollschweinenkann man einen Narren fressen, findet Poppe Gerken.
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An Wollschweinenkann man einen Narren fressen, findet Poppe Gerken.

Poppe Gerken dürfte mit viel Glück in das neue Jahr starten, seine Zuchttiere sind einzigartig

nnn.de von
30. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Für die kommenden Monate kann doch jeder ein wenig Glück gebrauchen. Was gibt es da besseres, als ein eigenes Glücksschwein zu haben? Oder noch besser, 65 Glücksschweine. So viele besitzt der ehemalige Landwirt Poppe Gerken. Es sind jedoch keine gewöhnlichen Schweine. Das Besondere an ihnen? „Es sind größtenteils Kreuzungen aus dem Deutschen Sattelschwein und dem ungarischen Mangalica-Schwein“, erklärt ihr Besitzer. Letztere besitzen eine dicke, krause Wollschicht. Diese verleiht ihnen nicht nur die entzückenden Löckchen, sondern macht sie auch zu äußerst robusten Tieren.

Vor drei Jahren hat Poppe Gerken die vom Aussterben bedrohten ungarischen Wollschweine in der Nähe von Warnow gekauft. Mittlerweile habe er die zwei Schweinerassen auch untereinander bunt vermischt. Die Kreuzungen sind weltweit einzigartig. „Es kommen teilweise urige Variationen heraus. Es sind echte Unikate“, sagt er. „Die Fellfarben reichen von Goldblond über rötliches Braun bis zu Schwarz und auch das Haarkleid ist dichter.“ Auf der einen Seite seien sie natürlich eine Attraktion für die Besucher seines Freizeitparks. Auf der anderen Seite ergänzen sich die beiden Rassen hervorragend. Die Mangalica-Schweine, die der Robustheit von Wildschweinen in nichts nachstehen, lassen auch ihre Kreuzungen widerstandsfähiger gegen Kälte werden. Ebenso verringert sich deren Speckschicht, während der Fleischanteil größer wird.

Wie es sich für echte Glücksschweine gehört, geben sie also auch ökonomisch etwas her. „Ohne Schwein möchte ich nicht mehr sein“, sagt Poppe Gerken. Ein weiterer Vorteil: Die Tiere kommen ohne Medikamente aus. Generell werden die Steckdosennasen bei ihm anders gehalten als in herkömmlichen Mastbetrieben. „Die Tiere kommen in wettergeschützten und beheizten Ställen unter und werden erst nach einem Jahr anstatt nach sechs Monaten geschlachtet. Und sie werden mit jeder Menge Gemüse, wie Kartoffeln, Kastanien und Rüben zugefüttert“, erklärt Poppe Gerken. In Mastbetrieben werden die Tiere dagegen mit Kraftfutter auf eine hohe tägliche Gewichtszunahme getrieben. Wer sich die Bedingungen bei Poppe Gerken anschauen möchte, kann das jederzeit tun. Später sollen die Schweine sogar auch mit Kameras über das Internet zu beobachten sein.

Die Schweine bringen ihm Glück, davon ist der frühere Landwirt überzeugt. Die Tiere begleiten ihn schließlich schon sein ganzes Leben.

Dass Schweine als Glücksbringer gelten, hat sich seit dem Mittelalter etabliert. Dort wurden Ferkel als Trostpreise dem schlechtesten Teilnehmer bei volkstümlichen Wettbewerben überreicht. Auch wenn dieser ein wenig Hohn ertragen musste, so konnte er es bereits nach sechs Monaten schlachten. War es eine Sau, so konnte diese mehrmals im Jahr bis zu zehn Ferkel werfen. Letztendlich hatte der Verlierer somit „Schwein gehabt“.

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