Schwaan : Sie hört sich alle Schüler-Sorgen an

Wer Probleme oder Redebedarf hat, findet bei Suzann Preugschat ein offenes Ohr und Hilfe. Die Schulsozialarbeiterin der Prof.-Franz-Bunke-Schule ist hier ehemals selbst zur Schule gegangen.
Wer Probleme oder Redebedarf hat, findet bei Suzann Preugschat ein offenes Ohr und Hilfe. Die Schulsozialarbeiterin der Prof.-Franz-Bunke-Schule ist hier ehemals selbst zur Schule gegangen.

Suzann Preugschat ist Sozialpädagogin und in Schwaan für Jugendliche, Lehrer und Eltern als Ansprechpartnerin im Einsatz

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09. Januar 2020, 05:00 Uhr

Das Büro von Suzann Preugschat ist mehr als geräumig. „Es ist das ehemalige Lehrerzimmer“, erklärt sie. Daher auch die große Schrankwand mit den vielen Fächern. Sonst erinnert wenig daran, dass die junge Frau als Sozialpädagogin ein Auge auf die 466 Kinder und Jugendlichen an der Prof.-Franz-Bunke-Schule hat. Eine Ritterburg soll die Kleinen zum Spielen einladen. „Dabei öffnen sie sich eher, als wenn man ihnen schlicht gegenüber sitzt und Fragen stellt“, sagt Suzann Preugschat. Für die Großen steht ein Kicker bereit, in der Ecke hängt ein Sandsack zum Dampf ablassen.


Angebot mittlerweile fest etabliert

Auch Schaumstoffknüppel und die obligatorische Couch gibt es, wenn sich mal jemand Luft machen oder ausheulen will. „Aber ich bin keine Psychologin“, betont Suzann Preugschat. Da zieht sie eine klare Grenze. Als Schulsozialarbeiterin geht es für sie darum, Probleme zu erkennen, Anleitung zu geben und Hilfe zu vermitteln, wenn sie nötig ist. „Das Ziel ist es, die Jugendlichen zum Schulabschluss zu führen“, sagt sie.

Das Spektrum der Sorgen und Ängste bei den Schülern reicht weit. Und die Probleme beginnen bei Weitem nicht erst dann, wenn die Pubertät einsetzt. „Schon Grundschüler leiden unter Depressionen“, sagt Suzann Preugschat. Das nehme immer mehr zu, bestätigt auch Schulleiter Hans-Ulrich Pabusch. „Darum habe ich sofort, als ich hier als Direktor angefangen habe, eine Stelle für Schulsozialarbeit beantragt“, berichtet er. Das vergangene Jahr, in dem Suzann Preugschat in Elternzeit war und das DRK, über das sie angestellt ist, für sie keine Vertretung fand, habe die Schule sehr zu spüren bekommen. „Die Lehrer und auch die beiden Sonderpädagogen atmen auf, dass Frau Preugschat nun wieder da ist“, sagt Pabusch.

Schulsozialarbeit sei mittlerweile im Alltag der Schüler und Lehrer angekommen, sagt Preugschat. „Als ich hier vor acht Jahren angefangen habe, hatten die Kollegen zuerst Bedenken. So etwas gab es hier an der Schule vorher nicht.“ Mittlerweile sei sie mit ihrem Angebot, das sich vor allem an Schüler, aber auch Lehrer und Eltern richtet, fest etabliert.

Vor allem sind es die Kinder und Jugendlichen, die zu Suzann Preugschat kommen. „Die größten Probleme gibt es in den Familien oder Freundeskreisen“, sagt die Pädagogin. Die Trennung der Eltern, Mobbing über elektronische Medien, Leistungsdruck und Zukunftsangst sind Themen, die die Kinder aus der Bahn werfen. Dann können sie ohne große Umschweife zu Suzann Preugschat kommen. Über Ferienangebote versucht sie, Kontakt und Vertrauen aufzubauen. „Denn gerade die Schüchternen tragen oft Probleme mit sich herum“, so die Sozialarbeiterin.


Schöne Momente und positive Erlebnisse

Manchmal fühlt sich Suzann Preugschat machtlos. Gerade wenn in der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Gesetze und Paragrafen einem schnellen Helfen mitunter im Weg stehen. „Dann sage ich mir immer: Es ist wichtig, dass ich diesen Kindern schöne Momente und positive Erlebnisse biete.“
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